Sascha Paeth über das Beta Gitarrenfunksystem

Beta digitales Gitarren Funksystem

Der deutsche Gitarrist, Bassist, Tonproduzent und Tontechniker Sascha Paeth von The Wirepushers hat das neue Shure Beta Gitarrenfunksystem im Pedalboard-Format (GLXD16) mal ganz genau unter die Lupe genommen. Seine Erfahrungen, Eindrücke und Tipps erläutert er in seinem Gastbeitrag:

Ich hatte schon gedacht ich wäre ein hoffnungsloser Fall! Ganz am Anfang meiner gitarristischen Laufbahn hatte ich mal einen Gitarrensender besessen den ich nie mochte und auch bald abgeschafft hatte. Er klang nicht, fraß Batterien wie Heu und hatte Aussetzer! Ich war gebrandmarkt. Gleichermaßen hatte ich natürlich trotzdem das Problem, dass ich spätestens nach einer halben Stunde auf der Bühne das Kabel total verknotet hatte und natürlich auch nicht so „rumposen“ konnte, wie wir das ja alle in dieser Zeit taten – es gehörte halt dazu. Also die Zwischenlösung – für die wichtigen Gigs und Touren ein Profisystem mieten, kaufen war inakzeptabel da man ja für das gleiche Geld eine coole Gitarre kaufen konnte. Dabei war es Jahrelang geblieben bis plötzlich die neuen digitalen Sender auf den Markt kamen. Meine Neugier war aufs Neue geweckt.

Diese neuen Systeme versprachen endlich eine vernünftige Dynamik, waren aber noch nicht 100% zuverlässig (ja, ich habe eine Tour damit gespielt), so dass ich immer noch keinen Grund sah endlich eins zu kaufen und ich bin eigentlich nicht geizig und ziemlich Equipment-süchtig! Da ich zwischenzeitlich meine eigene Band „The Wirepushers“ gegründet hatte, in der ich aus Gründen des Stils quasi auf einen sehr dynamischen Klang angewiesen bin, kam mir die Nachricht des Releases des ersten günstigen Shure Digitalsenders im 2,4 GHz Band gerade recht. Praktischerweise bekam ich kürzlich auch die Möglichkeit eines dieser Systeme zu Hause in Ruhe zu testen.

GLXD16

Alles ist super verarbeitet und nicht so ein Plastikzeug

Da lag er nun vor mir der Karton mit der vermeintlichen Lösung, na mal schauen, dachte ich. Also gleich ausgepackt und festgestellt, dass er den „Anfasstest“ in Robustheit und Haptik sofort ohne Probleme bestehen konnte. Alles ist super verarbeitet und nicht so ein Plastikzeug. Da kommt Vertrauen auf🙂. Auch die Idee einen Stagetuner zu integrieren ist genial!  Dieser funktioniert im Übrigen perfekt und ersetzt meinen alten Tuner ohne Probleme, besonders auch weil er unter anderem den von mir geliebten Strobemodus perfekt beherrscht und einen Einschaltknacks gibt es auch nicht. Damit der Tuner auch Sinn macht, ist das Gerät natürlich als „Bodentreter“ konzipiert. Das ist insbesondere wenn man mit „kleinem Besteck“ durch die Gegend fliegt von großem Vorteil. Einfach ins Floorboard damit und gut. Damit entfallen auch die extra hin und her Kabel zum Rack – ein Kabel genügt. Erfreulicherweise konnte ich den Empfänger (obwohl ein Netzteil mitgeliefert wird) einfach an mein 9-Volt Netzteil im Floorboard anschließen und es läuft ohne Probleme, von 9-15 Volt DC und 250-400mA  geht alles.

Falls man möchte, kann man durch die vorhandene Gain-Funktion das Audiosignal noch von -20 bis +40dB in 1dB Schritten anpassen, ich konnte es allerdings auf null eingestellt lassen.

Keine Frequenz-Störungen dank LINKFREQ

Auch mein erster Gig mit dem System war äußerst erfreulich und komplett unproblematisch. Als ich die Halle betrat, hatte ich erst ein wenig Bedenken, da überall Eisengeländer verbaut waren. Das hat mir schon auf der Tour mit meinem ersten (geliehenen) Digitalsender große Probleme bereitet, wird aber bei dem Shure-System durch die LINKFREQ-Funktion, also das unhörbare Springen von Frequenz zu Frequenz im Falle von Störungen, eliminiert.

Ein anderer positiv herauszuhebender Punkt ist natürlich die sehr lange Akkulaufzeit von bis zu 16 Stunden, welche im Gegensatz zu den geringen Ladezeiten steht. Der Akku ist natürlich herausnehmbar und insofern könnte man sich natürlich auch ein Ersatz Akku zulegen, ich denke aber bei der Laufzeit muss man schon sehr vergesslich sein um stromlos dazustehen.

Als einen sehr wichtigen Punk bei digitalen Systemen sollte man natürlich die Latenz nicht außer Acht lassen. Diese liegt zwischen 4 ms – 7,3 ms und ist abhängig von der Gruppeneinstellung, die wiederum bestimmt wie viele Systeme gleichzeitig in Abhängigkeit von Betriebssicherheit, Latenz und Nutzeranzahl betrieben werden können. Im Höchstfall sind das acht Systeme mit 7,3 ms Latenz und falls man mit 4 Systemen auskommt (was in normalen Band-Szenarios völlig ausreichend sein sollte) kann man in den Vorteil der 4 ms kommen.

Fazit:

„Endlich ein System das sich nahtlos in das Setup integriert und einfach nur funktioniert!“

 

Zum Autor:sascha paeth glx-d 16

Sascha Paeth wurde am 09.09.1970 in Wolfsburg geboren. Er wuchs in einer Musiker Familie auf und so begann er mit 10 Jahren, Gitarre zu spielen. 1988 unterzeichnete er mit der Band „Heavens Gate“ seinen ersten Plattenvertrag. Bis 1999 spielte er in der Band, mit der er auch 1991 erstmals in Japan tourte. Parallel zu seinem Engagement als Gitarrist entwickelte sich sein Interesse für das Recording und die Musikproduktion. Als der Produzent Charlie Bauerfeind ihn zur Zusammenarbeit einlud, startete seine zweite Karriere als Produzent und Toningenieur. Die erste Produktion in der Zusammenarbeit war „Angels Cry“ von Angra, welches in Japan gleich Gold erhielt. In den nächsten Jahren folgten zahlreiche CDs, unter anderem von Gamma Ray, Running Wild, Angra, Sisters Of Mercy und vielen mehr. Die Gründung des Gate in Wolfsburg beendete die erfolgreiche Kooperation. Das Gate Studio, ursprünglich für Heavens Gate eingerichtet, entwickelte sich unter Sascha Paeth und Miro Rodenberg schnell zu einem international bekannten Produktionsstudio für Heavy Metal. Bands wie Rhapsody, Kamelot, Epica oder auch Edguy produzierten dort ihre Alben. Neben der Arbeit im Gate Studio produzierte Sascha auch international in bekannten Studios und absolvierte Gastauftritte auf diversen CDs und DVDs.

2007 produzierte er „The Scarecrow“ für „Avantasia“, bei denen er auch als Gitarrist gesetzt ist. Für diese Produktion wurde er 2008 mit dem goldenen Bobby des VDT ausgezeichnet.

Sein neustes Projekt ist die Band „The Wirepushers“, die 2014 ihr erstes Album veröffentlicht hat. Bis heute hat Sascha als Gitarrist, Bassist, Keyboarder, Programmer, Drummer, Produzent, Sound- und Mastering-Engineer u.A. an ca. 200 Produktionen mitgewirkt.

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