Die Fakten über digitale Funksysteme

digital vs analog

Seit ein paar Jahren sind digitale Funksysteme auf dem Markt. Diese Systeme haben gegenüber ihren analogen Kollegen eigentlich nur Vorteile – bis auf die Latenz, also die Verzögerung des Audiosignals. ABER: da gerade im Einstiegsbereich digitale Funksysteme im 2,4 GHz Frequenzband arbeiten bringt dies auch erhebliche Nachteile mit sich. In der Branche wird dies oft nicht genügend differenziert betrachtet. Deshalb ein paar Fakten über die digitalen Funksystem, die jeder wissen sollte.

Die Vorteile eines digitalen Funksystems (wie beispielsweise das QLX-D oder ULX-D System) gegenüber einem analogen im UHF TV Bereich 470 – 865 MHz:

  • Verbesserter Klang
    Ein linearer Frequenzgang von 20 Hz – 20 kHz, größerer Dynamikbereich und ein in der Praxis nicht wahrnehmbares Grundrauschen.
  • Kein Aufrauschen bei größeren Entfernungen
    Das kennt jeder vom analogen Funksysteme bzw. Autoradio. Im Sendegebiet kristallklarer Klang, bei größerer Entfernung vom Sendemast wird das Signal zunehmend verrauschter.
  • Größere Reichweite
    Bei gleicher Sendeleistung kommt man mit einem digitalen Funksystem etwa 15% weiter.
  • Stabilere Übertragung/geringere Störeinflüsse
    Aufgrund der digitalen Daten kann der Empfänger zwischen Sendersignalen und Störsignalen wie auch Intermodulationen unterscheiden und ist damit in der Lage die Sendersignale zu „isolieren“.
  • Höhere Spektrum-Effizenz
    In einem 8 MHz TV Kanal können mit digitalen Funksystemen bis zu 22 kompatible Systeme an den Start gebracht werden. Bei den hochwertigsten analogen Systemen maximal 14.

Einziger Nachteil:

  • Latenz (Verzögerung des Signals)
    Für die AD- bzw. DA Wandlung, wie auch bei der Fehlerkorrektur des digitalen Signals wird (Rechen-)Zeit benötigt. Steigt die Verzögerung über 10 ms wird dies von einem durchschnittlichen Gehör als Hall oder gar Echo (ab 30 ms) bemerkt. Geringere Latenzen werden von den meisten Musikern nicht (störend) wahrgenommen.

Detaillierte technische Hintergrund-Information zum Unterschied analog oder digital sind in unserem Blogbeitrag Funktechnik: analog vs. digital nachzulesen.

Nutzt nun das digitale Funksystem  jedoch den extrem hohen Frequenzbereich bei 2,4 GHz so bleiben zwar die Vorteile der verbesserten Audioqualität – aber auf der Seite der Hochfrequenz kommen zwei gravierende Nachteile hinzu:

  1. Aufgrund der hohen Frequenz ist die Dämpfung des Funksignals und Absorptionseffekte wesentlich höher – und damit die Reichweite reduziert.
  2. Dieser Frequenzbereich wird auch von WLAN und Bluetooth Geräten genutzt und steht damit in direktem Kampf mit drahtlosen Mikrofonen.

Was dies in der Praxis bedeutet:

Sollte vor Ort keinerlei WLAN/Bluetooth Geräte vorhanden sein, so können bis zu 8 GLX-D Funksysteme parallel betrieben werden. Bei Verwendung von einem Funksystem können bei  Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger Reichweiten bis zu 60 m erzielt werden. Werden mehr Funksysteme parallel betrieben reduziert sich die erzielbare Reichweite auf 30 m.

Bei vorhandenem WLAN wird die Perfomance recht schnell beeinträchtigt. Ist ein WLAN Kanal aktiv, so müssten noch bis zu 4 Kanäle störungsfrei betrieben werden können. Bereits 3 aktive WLAN Kanäle machen das ganze Band sehr dicht und es können lediglich noch 1 bis max. 2 Funkmikrofone ihren Platz finden. Zudem beträgt die Reichweite mit Sichtverbindung dann nur noch max. 30 m.

Troubleshooting bei Störungen von 2,4 GHz Funkmikrofonen (insbesondere GLX-D):

  • WLAN/Bluetooth Geräte idealerweise komplett ausschalten. Falls dies keine Option ist müssen zumindest alle WLAN Geräte mindestens 3 m von den Empfängern entfernt platziert werden.
  • Auf Sichtverbindung von Sender und Empfänger achten.
  • Bei GLX-D Komponenten Gruppe 2 wählen, da diese die beste Fehlerkorrektur (und damit aber auch die höchste Latenz von 7,3 ms) aufweist.
  • Den Abstand zwischen Sendern und Empfängern mindestens  3 m erhöhen. (Abstand Sender – Empfänger; Sender – Sender und Empfänger – Empfänger)
  • Sender und Empfänger entfernt von metallischen Objekten platzieren.

Und noch ein Hinweis. Sollte der Scan eines GLXD4 bzw GLXD6 mit der Anzeige „–“ im Display enden bedeutet dies, dass keine freie Frequenz (mehr) gefunden wurde. Dann gilt es auf ein Kabel bzw. anderes Funksystem zurück zu greifen. Zur Not kann das Funksystem dennoch eingesetzt werden  – allerdings lediglich mit einer Reichweite von max. 10 m.

Analog vs. Digital auch in unserem Video: 

Weitere Details zur intelligenten Funktionsweise des digitalen SM/Beta Funksystem findest du in dem Blogbeitrag „Das Frequenzmanagement der digitalen SM und Beta Funksysteme„.

Ein Kommentar zu “Die Fakten über digitale Funksysteme

  1. Pingback: Das Frequenzmanagement der digitalen SM und Beta Funksysteme | Shure Blog

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