Checkliste für den Soundcheck

Monitorplatz Auditorium Stravinski Axient und PSM1000 Racks
Was darf bei einem Soundcheck nicht fehlen und wie geht man am besten vor?

Dieser Blogbeitrag soll Einsteigern sowie Fortgeschrittenen eine Hilfestellung geben, was man bei einem Soundcheck benötigt, welche „Regeln“ man einhalten sollte und wie man was, wann am Mischpult einstellt. Alles wird am Beispiel einer Band mit Standard Besetzung und Tontechniker erklärt.

Was wird alles benötigt?

Musiker, Instrumente, PA, Monitoring und Mischpult sollten klar sein. Welche nützlichen Utensilien brauchen wir aber noch? Ganz klar, die passenden Mikrofone, DI Boxen und genügend Zeit.

Um Anhaltspunkte zu geben welche Mikrofone/DI Boxen in der Praxis bei den entsprechenden Instrumenten eingesetzt werden gibt es hier eine umfangreiche Kanalliste, wie sie ein anständiger „Technical Rider“ beinhalten sollte:

Kanal Instrument Mikro/DI
1 Kick 1 BETA91A
2 Kick 2 BETA52A
3 Snare 1 SM57
4 Snare 2 BETA98 AMP/C
5 Tom 1 BETA98 AMP/C / BETA56ASM57
6 Tom 2 BETA98 AMP/C / BETA56ASM57
7 Tom 3 BETA98 AMP/C / BETA56ASM57
8 HiHat BETA181C / BETA98 AMP/CSM57
9 Overhead L BETA 181 / KSM137 / BETA27
10 Overhead R BETA 181 / KSM137 / BETA27
11 Cajon BETA91A
12 E-Bass Radial JDI / SB-2 / GLXD16
13 E-Gitarre 1 Mikrofon SM57BETA181C / BETA56A
14 E-Gitarre 1 direkt Radial JDX / SB-1GLXD16
15 E-Gitarre 2 SM57 / BETA181C / BETA56A
16 Akustik  Gitarre Mikrofon SM57 / BETA181C / KSM137
17 Akustik  Gitarre direkt Radial J48 / PZ-DI / SB-4GLXD16
18 KeyBoard L Radial JDI / SB-2 / PRO D2
19 KeyBoard R Radial JDI / SB-2 / PRO D2
20 Vocal 1 SM58 / BETA58A / BETA87A / KSM9
21 Vocal 2 SM58 / BETA58A / BETA87A / KSM9
22 Backing Vocals BETA58A / BETA87A / KSM9
23 Bläser Trompete BETA98 H/C / BETA56A / SM57
24 Bläser Posaune BETA98 H/C / BETA56A / SM57
Achtung bei der Verkabelung!

Grundsätzlich sollte man dann bei der Verkabelung darauf achten, dass Kabel von Licht- und Tontechnik getrennt verlegt sind, sodass keine Störeinflüsse in die Tonsignale einkoppeln können. Gerade bei unsymmetrischen Mono Klinkenleitungen wie sie bei Gitarren verwendet werden ist dies sehr wichtig, denn hier ist das Kabel nichts anderes als eine Antenne die alle Störeinflüsse aus der Umgebung aufsaugt.

Fast genau so wichtig wie die Auswahl des richtigen und passenden Mikrofons für die Stimme oder das Instrument ist auch die Platzierung und Ausrichtung der Mikros. Da dies aber ein komplett eigenes Kapitel ist, wird dafür später ein separater Blog Artikel erscheinen. Tipps und Tricks zu verschiedenen Abnahmemöglichkeiten wären auf www.shure.de zu finden.

Mikrofonierung ist das A und O

Es sei aber darauf hin gewiesen, dass man hier viel Spielraum für den individuellen Sound hat und diesen auch nutzt sollte. Ab und an mal etwas auszuprobieren schadet hier nicht und bringt Erfahrung im Umgang.
Umso besser das Mikrofon zum Instrument passt und man auf die Platzierung achtet, umso weniger muss später am Mischpult ausgeglichen und korrigieren. Ein schlechtes Mikrofon oder die falsche Anordnung kann kein Mischpult und auch der beste „TONi“ nicht wieder gut machen.

Shure Call for Legends Equipment

Steht der Aufbau nun erst einmal sollte man die Anlage an den Raum anpassen. Dazu empfiehlt sich einen Zuspieler parat zu haben auf dem sich Musik befindet die man wirklich kennt. Das Ziel ist nun die Anlage per Equalizer (EQ) so einzustellen, dass das Material auf dem Zuspieler so klingt wie man es kennt, es ist also Empfehlenswert einen EQ für die Stereo Summe zu haben (Master EQ). Man sollte sich eine Kollektion von Songs zusammenzustellen die verschiedene Musikrichtungen beinhaltet und damit dann auch unterschiedliche Situationen „probegehört“ werden können.

Zum einen sollte die Sprachverständlichkeit im Vordergrund stehen. Das klare und detailreiche Hören der Instrumente sollte aber auch nicht unterschätzt werden. Die Einstellungen am Master EQ werden aber aufgrund der Erfahrungen und dem persönlichen Geschmack des Technikers von jeder Person anders war genommen.

Auch die Raumakustik beachten

Beim Einrichten der Anlage sollte man auch die Örtlichkeiten selbst kritisch betrachten und auch hier wenn nötig anpacken. So bringt es durchaus große Vorteile wenn man bspw. Ein ordentliches Stück Molton an glatten Wänden aufhängt oder klapprige Tische aus dem Raum entfernt die beim Bass Solo lauter vibrieren als der Bass selbst rüber kommt.

Shure Call for Legends Beta91A

Es gilt damit sich nicht nur auf die Anlage zu konzentrieren sondern den Gesamtsound im Auge zu behalten. Die ganze Klangkette, vom gestimmten Instrument, über das Mikrofon durchs Mischpult und die PA bis hin zur Raumakustik. Alles gehört zum Soundcheck.

„Shit in – shit out“

Nun zum Mischpult: Vorab sei gesagt dass ein Mischpult kein Klärwerk ist. Shit in- shit out! Aufgrund dieses Prinzips kann man bei manchen Instrumenten, Boxen und Mikrofonen noch so viel drehen und es klingt einfach nicht. Wenn bspw. ein Drumset an sich nicht knackig klingt oder Mikrofone völlig falsch platziert wurden, darf man nach dem Soundcheck kein musikalisches Feuerwerk erwarten. Es gibt zwar einige Tricks die helfen den Sound wahrhaftig zu verbessern es muss jedoch immer die gesamte Signalkette betrachtet werden. Instrument und Mikrofon müssen zueinander passen und selbst gut klingen.

Das Mischpult sollte an einer akustisch geeigneten Position stehen, wenn möglich mittig im Raum mit direkter Sicht auf die Bühne. Den Bereich an dem sich das Mischpult befindet nennt man Front of House (FoH). Hier ein Schema um einen Überblick der Funktionen eines Standard Mischpultes zu bekommen.

Signalweg durch das Mischpult:

souncheck signalweg mischpult

Am Eingang steckt man das Mikrofon bzw. die DI Box an den XLR Eingang. Ein Funkmikrofon wäre hier nach demselben Prinzip anzuschließen, einfach den Ausgang des Funkempfängers mit dem XLR Eingang des Pults verbinden.
Nun kann der eigentliche „Soundcheck“ beginnen. Man startet in der Praxis meist am Pult von Links nach rechts. Normalerweise findet man da zuerst die Bassdrum und den Rest des Drumsets dann über die Gitarren bis hin zu den Vocals und schließlich alle anderen Instrumente.

Das Sagen hat beim Soundcheck ganz klar der Tontechniker! Der Rest der Band hat sich ruhig zu verhalten bis sie an der Reihe sind. Alles andere kostet alle nur unnötig Nerven und wichtiger noch, ZEIT.
Zur Kommunikation zwischen Bühne und FoH benutz man am Mischpult ein Talk Back Mikrofon, hierzu hat sich ein SM58/S, also die Schalter Version des legendären SM58, als quasi Standard etabliert. Auf der Bühne gibt man etwas Dampf auf die Vocal Mikrofone um die Belangen der Musiker mitzubekommen.

Monitorplatz Auditorium Stravinski Axient und PSM1000 Racks

Auf Kommando des Tontechnikers arbeitet man nun Kanal für Kanal nach dem gleichen Schema ab:
  • Master Fader des Mischpults auf die  0dB Stellung.
  • Alle Fader der Subgruppen auf 0dB, EQ und Dynamics komplett genullt.
  • Der Musiker spielt sein Instrument auf dem entsprechenden Kanal so laut er kann bzw. das Material es hergibt. Am Mischpult stellt man nun den Vorverstärker, das Gain, ein. Den Gain Regler so lange aufdrehen bis eine Peak LED das Maximum der sinnvollen Verstärkung signalisiert. Nun wieder ein klein wenig zurückdrehen um etwas Headroom für den Gig zu haben. Bei einer Live Show kommen die Musiker meist etwas über den „lautesten“ Pegel vom Soundcheck.
    • Als Tipp, wenn man dazu den PFL Schalter drückt, bekommt man das Signal auf der Ausgangsanzeige höher aufgelöst angezeigt, sofern diese am Mischpult existiert.
  • Nun schiebt man den Fader so weit nach oben bis man ein ordentliches Signal auf der PA bekommt. Ja, ein Soundcheck darf auch laut sein. Es geht darum den Sound unter den gleichen Bedingungen wie später beim Auftritt einzustellen.
  • Nun kann man am EQ den gewünschten Sound hindrehen. Die Einstellung des EQ beruht auf Erfahrungswerten und dem persönlichen Geschmack. Hier etwas dazu zu schreiben würde den Rahmen des Blogs sprengen.
  • Als nächstes kommen die Dynamics dran, ob das Instrument damit berabeitet werden soll oder muss kann jeder selbst entscheiden. Den Kompressor als Dynamik limitierendes Gerät so einstellen, dass er nach Möglichkeit nur die oberen 3dB komprimiert. Weiter zuziehen kann man später noch wenn nötig. Vorsicht ein Gesangssignal ist auch schnell mal Tot komprimiert. Die Zeiten sind auch je nach Instrument anders und werden nach Gefühl und Erfahrung eingestellt.
  • Als nächstes kann man mit einem Gate, vor allem beim Drumset ein nachschwingen, aufrauschen oder wummern abschneiden. Das gibt dem Sound meist mehr Klarheit. !kein Gate auf die Vocals!
  • Nun kann man noch etwas das Stereobild formen indem man die Quellen im Panorama verschiebt.
  • Noch den Fader auf den (geschätzten) passenden Wert schieben und zum nächsten Kanal.
  • Nun gibt es, je nach Mischpult, noch Subgruppen die man dazu nutzen kann um bspw. noch einen Kompressor auf alle Vocals zu legen.

Es ist zudem auch sehr hilfreich wärend dem Soundcheck verschiedene Instrumente zusammen spielen zu lassen um zu erkennen ob diese harmonieren oder sich gar gegenseitig beißen.

Wenn nun alle Instrumente durchgearbeitet wurden hat man die Pegel über die Fader grob eingestellt und lässt die Band einen Song anspielen. Interessant ist dann sowohl leisere als auch lautere Parts zu hören also zum Beispiel den Refrain einer Rock Nummer und Teile einer Ballade.

Bei einem digitalen Pult wäre jetzt ein idealer Zeitpunkt um die Show zu speichern. Die Häufigkeit des Zwischenspeicherns hängt vom Nervenkostüm des Anwenders ab.

Ab jetzt gilt: „don’t Touch!“ bis zum Auftritt.

Da der Sound nun genau in der einen Konfiguration eingestellt wurde sollte man diese nicht mehr verändern. Jedes verrückte Mikrofon hat Auswirkungen auf den späteren Sound.

Als Hilfe für euren nächsten Soundcheck könnt ihr euch unsere Checkliste herunterladen:

zum Download 

SHURE wünscht viel Spaß bei eurem Gig!

Weitere Informationen zu Grundlagen gibt es auf unserer E-Learning Plattform:

http://www.shure-academy.de/e-learning

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