„Der Funk-Ingenieur im 19 Zoll-Gerät“

Auf dem diesjährigen Katholikentag in Mannheim vom 16. bis 20.05.2012 war das seit kurzem erhältliche Shure Axient Funkmanagement-Netzwerk im Einsatz. Bei mehr als 1.200 Einzelveranstaltungen und 80 Gottesdiensten mit 80.000 Besuchern an fünf Tagen wurde eine äußerst hohe Anzahl an Funkmikrofonen eingesetzt. Dementsprechend stellte eine sichere Funkübertragung eine hohe Herausforderung an die Funkingenieure und die Funktechnik dar.

Um während der beiden Hauptveranstaltungen – der Eucharistiefeier an Christi Himmelfahrt und dem Hauptgottesdienst am Sonntag – absolute Übertragungssicherheit zu gewährleisten, entschied sich Audio-Servicedienstleister Crystal Sound aus Karlsruhe dazu, Axient im innovativen Diversity Modus zu verwenden. In diesem Modus wird das Signal auf zwei unterschiedlichen Sendefrequenzen zur Verfügung gestellt, so dass der Empfänger im Störungsfall sofort und absolut unhörbar auf die Ersatzfrequenz ausweichen kann, ohne dass manuell eingegriffen werden muss.

„Das HF-Signal ist absolut zuverlässig und stabil. Das ist besonders beindruckend, wenn man nach der Veranstaltung die Aufzeichnung der Funkumgebung anhand der Wireless Workbench Software analysiert“, so Techniker Simon Klumpp. „Bisher musste ein Funk-Ingenieur permanent an den Empfängern das HF-Geschehen beobachten, um bei Störungen sofort eingreifen zu können. Das entfällt mit Axient und wir sparen uns einen zusätzlichen Mann vor Ort. Bei Axient sitzt der Funk-Ingenieur direkt im 19“ Gerät“, fügt Klumpp hinzu. „Weiterhin muss bei einem Problem niemand das Geschehen auf der Bühne stören, um den Sender zu tauschen. Wir von Crystal Sound und auch das Produktionsteam des ZDF, das vor Ort für die Fernsehbilder verantwortlich war, sind von der Zuverlässigkeit und Funktionsweise von Axient begeistert!“.

Weitere Features wie ShowLink™, das eine bidirektionale Kommunikation zwischen Sender und Empfänger ermöglicht, sowie die Steuerung über die Wireless Workbench Software oder die Lithium-Ionen Ladetechnik runden das Bild von Axient, dem neuen High-End Standard in der Funktechnik, ab.

 

3 Kommentare zu “„Der Funk-Ingenieur im 19 Zoll-Gerät“

  1. Ist es nicht bei Frequency Diversity so, daß die Sender dann auch tatsächlich auf 2 Frequenzen dauerhaft senden?
    Das bedeutet dann aber, daß der HF-Ingenieur doppelt so viele Frequenzen rechnen lassen muß oder wahlweise, daß man nur die Hälfte der Sendestrecken realisieren kann.

    Axient ist hervorragende Technik, die Aussage, daß sie einen HF Ingenieur ersetzen kann finde ich dann doch etwas gewagt. Es geht in die falsche Richtung, Fachpersonal einzusparen, wenn Spektrum immer knapper wird. Oder es passiert auf Kosten anderer Nutzer, die ein nun absolut volles Band vorfinden.

    • Servus,

      sorry für die verspätete Antwort – aber der „fleischliche HF-Ingenieur“ war gestern in Berlin um Veranstaltungstechniker an der FH Beuth zu schulen. Und das beantwortet wahrscheinlich schon deine skeptische Anmerkung: klar – mit der stetig wachsende HF Umgebung sind „HF-Ingenieure“ wichtiger denn je.

      Aber die Interference Detection & Avoidadance Funktion von Axient leistet Dienste, die keine HF.-Ingenieur der Welt realisieren könnte. Da erinnere ich mich gerne an einen Job bei der Daimler-Benz Pressekonferenz auf der IAA vor einigen Jahren. Ausgestattet mit einem Spektrum Manager überwachte ich die HF Umgebung. Als die TV Teams an Start kamen wurde es langsam enger im Spektrum. Ohne eine zuverlässige Berechnung zu starten (dafür fehlte dann jegliche Zeit) musste ich entscheiden welcher der 4 Bodypacks für Herr Schremmp nun zum Einsatz kommen sollte. Und das war dann eher eine gefühlvolle Erfahrungsentscheidung als wirkliches Wissen.

      Das macht nun Axient zuverlässig in wenigen Augenblicken: Eine Störung erkennen – eine neue, freie Frequenz „anfordern“ – und diese zeitgleich im Empfänger und Sender ändern. Dies geschieht in einer Geschwindigkeit, so dass dies kaum wahr genommen werden kann.

      Und sollte dieser kurze Aussetzer während die Frequenz umgestellt wird doch störend sein – dann kann man zu Frequency Diversity greifen. Dabei bleibt das Audio-Signal trotz Störung ohne Aussetzer erhalten. (Es sei denn es würde der äußerst unwahrscheinliche Fall auftreten, dass beide Frequenzen zeitgleich gestört werden – dann würde man wieder einen kurzen Aussetzer wahr nehmen können).

      Axient ersetzt also den „HF-Ingenieur“, der bei kritischen Jobs (wie beispielsweise Pressekonferenzen, Ansprachen des Bundespräsidenten – oder auch Predigten des Papstes) die ganze Zeit mit feuchten Händen die HF-Umgebung scannt, im Falle einer Störung dann hektisch zu einem Back-Up Sender greift, auf die Bühne rennt – im schlimmsten Fall noch einen Body-Pack tauschen muss und dem FOH-Techniker den Back-Up Kanal durch gibt.

      Aber es bleibt dabei – auch wenn die Funksysteme intelligenter werden – ein HF-Techniker gehört zu jedem Job. Sein Aufgabenfeld verlagert sich etwas. Er muss inzwischen auch Netzwerk-Techniker sein um das System aufzubauen. Muss mit den Features der Hardware vertraut sein – und die richtigen Features einzusetzen.

      Nochmals zu Frequency Diversity: Richtig – ein Handsender sendet permanent auf zwei Frequenzen. Bei der Nutzung von Bodypacks werden zwei verwendet (das gibt zusätzliche Sicherheit). Dadurch wird das Spektrum noch enger – es können also unterm Strich weniger Funksysteme eingesetzt werden. Und es steigt ebenso der Material-Aufwand. Denn ein Doppelempfänger kann dann „nur“ noch einen Kanal empfangen. Diese Technik macht also „nur“ Sinn bei den allerwichtigsten Kanälen bei denen selbst kurze Aussetzer für die Performance störend ist. Für die Situationen in der man mit eventuell auftretenden kurzen Aussetzern leben kann, kann auf das aufwändige Frequency Diversity verzichtet werden. Und da sind wir wieder bei den „neuen“ Aufgaben des immer noch notwendigen HF-Ingenieurs. Er muss entscheiden welche Features er einsetzten will.

      Hoffe das beantwortet deine Fragen und räumt deine Skepsis aus.

  2. Jürgen,

    Du hast den Punkt getroffen. Technik ist ein Werkzeug und ich freue mich, daß es immer bessere Werkzeuge gibt. Wir brauchen sie dringend, mit zunehmender Enge im Spektrum.
    Und wenn ich mit Axient auf dem Job anderen Aspekten der Funkkoordinierung widmen kann ist das eine gute Sache.

    Für mich gehört auch immer die Planung von verkabelten Backups dazu, das ist zwischenzeitlich etwas in den Hintergrund getreten.
    Also z.B. Redner am Rednerpult, die zusätzlich einen Anstecker mit Taschensender tragen. Hier ist das Rednerpultmikrofon mein Hauptmikrofon und der Anstecker das Backup. Dafür brauche ich kein Frequency Diversity. Der sich auf der Bühne frei bewegende Motivationsredner kriegt dann 2 Frequenzen, damit sein Vortrag auch zu 100% ankommt.

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