auf der Jagd nach Funkwellen in Wacken

Wacken … ein kleines Dorf im hohen Norden Deutschlands mit nicht mal 2.000 Einwohnern.

„Wacken“ ist aber auch eines von Deutschlands größten Open Air mit über 80.000 Metal Fans – das heute startet. Nicht nur der örtliche Edeka macht während des WOA ein Drittel seines Jahresumsatzes – sondern auch die Anforderungen an die moderne Kommunikation steigen drastisch an. Denn wo das ganze Jahr über ein paar Handy-Telefonate geführt und ein paar MB mittels GSM und UMTS übertragen werden, wollen an diesem verlängerten Wochenende Tausende per Handy online sein. Extra für das Festival stellen die Mobilfunkanbieter wesentlich mehr Leitungen zur Verfügung. Zur Freude der Fans – aber Tontechniker schauen dem etwas kritisch entgegen. Denn es ist etwas unklar wie Funkmikrofone auf diese Ballung an Funk reagieren. Und hinzu kommt noch der Start von LTE im Bereich der Digitalen Dividende.

Zumindest konnten wir aus der Ferne schon mal klären, dass der nächste aktive LTE-Sendemast weit genug von dem Open-Air-Gelände entfernt ist, um keine bedenkenswerten Störungen hervorzurufen. Aufgrund von fehlenden, praxistauglichen Tests war uns diese vage Abschätzung allerdings zu ungenau bei einem Festival dieser Größe.

Also zog ich zusammen mit Wolfgang Bilz – unserem „Funkaufklärer“ – los in den hohen Norden. Genauer gesagt nach Langenhagen zu Vodafone, wo wir uns mit Dr. Thomas Zwemke trafen. Er nahm sich einen Tag Zeit, um mit uns verschiedene Tests durchzuführen. So ging es los nach Lindwedel, wo Vodafone einen Sendemast betreibt, der auch von Telekom, O2 und E-Plus mitgenutzt wird. Dort stahlt munter – und vor allem mit der maximalen Sendeleistung von 40 W –  das LTE-Signal durch die Luft. Am Fuße des Masten packten wir Messtechnik und Laptop neben unseren Funksystemen aus, um deren Verhalten bei realen LTE-Signalen zu untersuchen.

Nach einigen, unterschiedlichsten Tests an verschiedenen Orten hatten wir ein durchaus aussagekräftiges Ergebnis. Die gute Nachricht: trotz ausgestrahlten LTE-Signalen sollte der reibungsfreie Betrieb der Funkmikrofone gewährleistet sein – und das nicht nur in Wacken. Wie empfehlen lediglich einen Sicherheitsabstand von etwa 5 m von LTE-Sticks zu den Empfangsantennen, sowie einen Abstand von 1-2 MHz zu belegten LTE-Kanälen einzuhalten.

Und noch eine gute Nachricht: Die Scan-Funktionen, die in unterschiedlicher Form alle unsere Empfänger bieten, erkennt  das LTE-Signal einwandfrei. Also weiterhin gilt: vor dem Einsatz die Scan-Funktion des Empfängers nutzen und so sicher freie Frequenzen finden.

Und wie wird die Zukunft aussehen?

Zur Zeit gibt es in Deutschland LTE-Router und LTE-Sticks, die meist ortsgebunden – oft nur innerhalb von Wohnungen – genutzt werden. Diese punktuelle Strahlung stört unsere Funkmikrofone keineswegs. Wir empfehlen lediglich den Sicherheitsabstand (ca. 5 m und 1-2 MHz) einzuhalten.

Ende des Jahres werden aber vermutlich die ersten LTE-fähigen Smartphones auf den Markt kommen. Wie stark dann die Funkmikrofone gestört werden, wenn die 80.000 Metal Fans die Texte zur aktuell auftretenden Band ziehen (um lauthals mitgrölen zu können) und ihre gemachten Schnappschüsse bei Facebook online stellen, bleibt noch etwas wage. Aber ich werde dann gerne wieder mit unserem provisorischen Messwagen ins freie Feld fahren um neue, praxisrelevante Tests durchzuführen.

Weiterführende Links:

– Aktuelle Informationen zu Funkmikrofone auf unserer Webseite

– Unsere Blogbeiträge zum Thema LTE

2 Kommentare zu “auf der Jagd nach Funkwellen in Wacken

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