Backstage beim Montreux Jazz Festival 2011 – Teil 2

5.7.: Wettertechnisch nichts Neues. Sonnig und nicht zu heiß, und das ist auch gut so :-). Heute ist Gala Night in Stravinski zum 75. Geburtstag von Tommy LiPuma. Es spielen unter anderem z.B. George Benson, Randy Crawford, Dr John, Lee Ritenour, Leon Russel, David Sanborn, Joe Sample, Diana Krall.

Während des Soundchecks ging natürlich die Fehlersuche von gestern weiter. Allerdings trat der Fehler natürlich dann nicht mehr auf. Lediglich kurz vor Ende des Soundchecks hat es wohl 2-3 mal kurz geknackt. Während der Show am Abend war aber wohl wieder alles OK. Strange. Vom Konzert habe ich nicht so viel gesehen.  Hatte heute auch wieder eine Backstage Tour mit Gästen/Kunden aus Deutschland.

Auf dem Rückweg zum Hotel (gegen 3 Uhr morgens) bin ich noch kurz in die Lobby der Miles Davis Halle. Einer der Techniker hatte mich darauf hingewiesen. Dort hatte Claude Nobs (Gründer und langjähriger Leiter des Festivals) zu einer Jam Session geladen. In einer fast wohnzimmerlichen Atmosphäre haben sich ca. 100 Zuhörer eingefunden. Darunter auch George Benson und Quincy Jones. Im Raum stand ein Piano. Dazu spielte Claude seine Harmonika. Also doch noch ein Heineken zum Abschluss, bevor ich dann gegen 3.30 endgültig den Weg zum Hotel fand.

6.7.: Wird schon zur Gewohnheit, sonnig! Treffe die Crew von Ricky Martin, der heute im Auditorium Stravinski spielt. Die Band reist mit komplett eigener Backline an. Einer der Techniker drückt mir eine Liste mit Frequenzen der RM Produktion in die Hand. Darauf standen 80 Kanäle (!!!) für Vocals, InEars und Instrumente. Ich konnte das erst nicht recht glauben. Bin dann mal auf die Bühne und habe mir das angesehen. Und tatsächlich, dort wurden reichlich Antennen von diversen Drahtlos-Systemen auf der Bühne installiert. – Sorry, muss hier mal unterbrechen.  Mein Büro ist direkt hinter der Media Bühne und ich werde gerade mit HipHop zugedröhnt. Das ist zu viel. Zwischen Bürotür und Bühnenrückseite ist gerade mal ein 1m breiter Gang.  – Weiter geht´s. Ich spreche mit RM´s HF Techniker. Er kalkuliert und programmiert alle Kanäle vor jeder Show neu. Entsprechend der lokalen Vorgaben und behördlichen Anforderungen. Von den Ursprünglich 80 angegebenen Frequenzen wurden dann, soweit ich mich nicht verzählt haben 🙂 53 benutzt. Das waren z.B. 25 Kanäle für InEar, 16 Kanäle für die beiden Gitarristen (jede Gitarre hatte eine eigene Sendefrequenz), 10 Kanäle für Headsets und die Bläser und dann noch 2x für Ricky Martin´s Vocals.

Erste Band am Abend ist Ruben Blades. Für diese Band habe ich insgesamt 14 Kanäle PSM 1000 und noch einige Handfunken in Einsatz. Die Funken von Ricky Martin waren dann natürlich aus, da es ansonsten zu aufwendig geworden wäre ein funktionierendes Setup zu berechnen. Währende des Auftrittes von Ruben Blades stand ich einige Zeit beim Monitorplatz, um mir die Show anzusehen. Die gleiche Idee hatte auch Ricky Martin. Da die komplette Band aber mit InEar Monitor spielte, war der Sound an der Bühnenseite nicht sonderlich gut. Ricky bekam dann meinen Spare PSM 1000 InEar Empfänger zum Anhören der Show. Er hatte sichtlich Spaß daran.

Nach Ruben Blades dann der Auftritt von Ricky Martin. Tja, was soll ich dazu sagen. Eine von A-Z durchgestylte Show mit diversen Tänzern und Showeinlagen. Clickt mal auf www.rickymartinmusic.com und schaut euch das Anfangsvideo an. Bedingt durch die räumlichen Bedingungen der Stravinski Bühne nicht ganz so groß und aufwendig, aber so ungefähr in dieser Art. Zum Sound möchte ich nicht viel sagen. War halt einfach nicht gut. Egal, dem Publikum hat es gefallen, die Stimmung war sehr gut. Und die Show war unterhaltsam. Hatte nach dem Abbau dann nochmal Kontakt zu RM´s Crew. Alles war gut und Frequenzmäßig lief auch alles soweit OK.  Anschließend noch mit Kollegen in der Miles Davis Halle. Dort hat einer die Halle gerockt, dessen Namen ich vorher nicht kannte. Der Typ hieß Trombone Shorty und seine Band Orleans Avenue 7/6. Was für ein Gegensatz zu der Show von Ricky Martin. Sucht ihn mal auf Youtube.

7.7.: Sonnig, allerdings ziehen langsam Wolken auf.  Erster Soundcheck in der Stravinski Halle ist heute von Paolo Nutini.  Danach die Band von Chaka Khan. In der Miles Davis Halle spielt heute eine, wenn nicht die Schweizer Musiklegende Andreas Vollenweider & Friends. Ich muss gestehen dass ich mich nie wirklich für die Musik von ihm interessiert habe. Das einzige was ich wusste ist, dass er Harfe spielt. Lieder bzw. Arbeiten von ihm waren mir absolut nicht bekannt. Als mir am Abend das Konzert ansah, war das einer dieser aha Momente hier beim Festival. Ein richtig schönes Konzert. Einfach schöne Musik! Am liebsten hätte ich mich hingesetzt und das Konzert in voller Länge genossen. Andreas Vollenweider saß an seiner Harfe ganz rechts am Bühnenrand. Seine Band aus „Friends“ bestand unter anderem aus dem üblichen Standard, Bass, Gitarre, Schlagzeug, Keyboard. Zudem noch Cello, Flöte, Percussion. Saxophon, Gesang, etc. Als ich mir die Band so ansah dachte ich, die kenne ich doch. Als ich heute vom 15. Stock im Hotel den Aufzug nach unten nahm, hielt er bei 4 Stockwerken an. Jedes Mal stieg noch einer zu. Der Aufzug ist für max. 6 Personen ausgelegt, aber mit 5 Leuten wird’s auch schon etwas eng. Das waren dann Musiker/Friends von Andreas Vollenweider. Konzert hat mir sehr gut gefallen.

Die Show´s von Chaka Khan und Paolo Nutini habe ich jeweils auch nur für einige Songs gesehen. Vom Gesang war ich enttäuscht. Obwohl  die Band wirklich gegroovt hat. Die Halle war auch nur etwas mehr als zur Hälfte gefüllt. Das änderte sich bei Paolo Nutini. Alle die sich bei Chaka noch im Foyer bei einem Drink unterhalten haben, sind dann in die Halle. Solide Performance, ohne große Überraschungen würde ich sagen. Nach den Konzerten wollte ich heute eigentlich mal früher zurück ins Hotel. Als ich mich auf den Rückweg machen wollte hat es aber so stark geregnet, dass ich doch noch bleiben musste. Bin zu „meinem“ Thai Stand hier auf dem Festivalgelände. Habe dann noch ein Curry gegessen. So nach und nach kam dann auch noch die Soundcrew der Stravinski Halle vorbei. Die hatten alle auch noch Hunger. Und im Regen nach Hause laufen wollte auch keiner. Wir haben uns dann doch wieder bis früh morgens verquatscht. So what,…. Ist ja nur einmal im Jahr Montreux Jazz Festival :-).

Stereogain auf der Parc Vernex Bühne

Stereogain auf der Parc Vernex Bühne

8.7.: Nach einer Regennacht ist es wieder sonnig. Stereogain, die Gewinner des Shure Proberaum Deluxe Wettbewerbes haben heute ihren Auftritt auf der Open Air Bühne im Park Vernex. Vorher führe ich die Jungs noch bei einer Backstage Tour durch das Festivalgelände. Ab 19.00 Uhr genießt die Band dann sichtlich die Möglichkeit auf einer Bühne in Montreux stehen zu können.

Heute ist Reggae Abend im Auditorium Stravinski. Wie üblich bei Reggaekonzerten „liegt was in der Luft“, sobald man in die Nähe der Halle bzw. Bühne kommt. Den Anfang macht Alpha Blondy, danach Ziggy Marley. Am Schluss noch Youssou Ndour. Ich konnte mich nie wirklich für Reggae begeistern. Nach 2-3 Liedern ist meine Reggaedosis normalerweise erreicht.  Aber die Performance von Ziggy´s Band war einfach klasse. Der Sound in der Halle war fett und druckvoll. Ordentliche Lautstärke (für viele war´s wohl zu laut, aber ich fand´s OK), trockene satte Bässe. Trotzdem transparent und durchsichtig. Was für ein Drummer, was für ein Groove. Die Stimmung in der Halle war entsprechend. Ich habe mir nahezu die ganze Show angesehen. Geil! Highlight! Einziger Negativpunkt war, die Band hat ohne Zugabe die Bühne verlassen, nicht schön.

Es wurde noch eine lange Nacht. Die wir mit Kollegen in der Miles Davis Lounge und bei einer Jam Session ausklingen lassen. Auf dem Heimweg überkam uns noch der Hunger. Ein Döner sollte das Problem beheben.

9.7.: Sonnig mit vereinzelten Wolken. Brasil Day! Wie jedes Jahr ist ein Tag der brasilianischen Musik gewidmet.  Es gibt ein Tropical Boat mit Live Bands. Auf der Open Air Bühne und im Auditorium Stravinski spielen Bands aus Brasilien. Mir sind die Namen weitestgehend unbekannt. In Stravinski spielen Maria Gadú, Ana Carolina und Maria Rite. Im Gegensatz zu dem sonst üblichen Sambafeuerwerk mit diversen Trommel/Percussion Schlachten wie sie in früheren Jahren in Stravinski waren, sind diese Konzerte eher in Richtung Pop.  In der Miles Davis Halle spielen heute diverse frühere Gewinner des Piano Wettbewerbes. Sehr Jazzig. Eine Band bestand z. B. aus 3 Pianisten. Eine andere aus einem Pianisten und Trilok Gurtu (Percussion, Tablas, etc.)-

Heute ist auch das Semi-Finale der Voice Competition, bei der Shure seit Jahren als Sponsor fungiert. Der Saal im Montreux Palace, in dem die Competition stattfindet, ist brechend voll. Die Menschen strömen nur so auf das Festivalgelände. An der Uferpromenade und den diversen Wegen ist kein durchkommen mehr. Partystimmung bis zum Sonnenaufgang. Da liege ich allerdings bereits im Bett :-).

Auf der Facebook Seite des Montreux Jazz Festivals gibt es auch diverse Videos und Infos rund ums Festival! Die Kamerateams haben wir übrigens auch mit Shure Mikros ausgestattet.

Ein Kommentar zu “Backstage beim Montreux Jazz Festival 2011 – Teil 2

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