Feind Nr. 1 der Audio-Technik: Rückkopplungen

Rückkopplungen sind wohl der gefürchtetste Feind eines Musikers oder Mischers – zumindest im Live-Bereich. Auch wenn sehr viele Faktoren für das nervige Pfeifen verantwortlich sind, so gilt es nur ein paar wenige Dinge zu beachten, um diese im Griff zu haben.

Aber vorerst zur Entstehung von Rückkopplungen:

Das Entstehen von RückkopplungenEine Beschallungsanlage besteht im Wesentlichen aus Mikrofon, Verstärker und Lautsprecher. Das Mikrofon nimmt die Schallquelle wie z. B. einen Sänger ab. Dieses Mikrofonsignal wird verstärkt auf die Lautsprecher gegeben. Gelangt nun der Schall aus den Lautsprechern wiederum in das Mikrofon, wird wieder verstärkt und wird durch den Lautsprecher abgestrahlt… Ist in diesem Kreislauf die Verstärkung zu groß beginnt es zu koppeln – d. h. das Signal schaukelt sich mehr und mehr auf bis ein lautes Pfeifen zu hören ist.

Und was ist nun zu beachten, um Rückkopplungen zu vermeiden?

  • Die Distanz von Signalquelle zum Mikrofon so gering wie möglich halten.
  • Den Abstand von Lautsprecher zu Mikrofon so groß wie möglich, bzw. den Abstand von Lautsprecher zum Zuhörer so gering wie möglich halten.
  • Geeignete Richtcharakteristiken des Mikrofons verwenden:
    • Kugelmikrofone nehmen den Schall von allen Richtungen gleichermaßen auf – deswegen koppeln sie am ehesten.
    • Nierencharakteristiken nehmen nur den Schall von vorne auf. Die Lautsprecher sollten dann „hinter“ dem Mikrofon sein.
    • Supernierencharakteristiken sind noch stärker gerichtet und bieten eine etwas höhere Sicherheit gegenüber Rückkopplungen als die Nieren.
  • Abstrahlverhalten der Lautsprecher: Diese sollten nicht in Richtung des Mikrofons ausgerichtet sein.
  • Frequenzgang von Mikrofon und Lautsprecher: Üblicherweise koppelt es bei hohen Frequenzen. Haben nun Mikrofon und Lautsprecher einen Frequenzgang mit Höhenbetonung, dann koppelt es sehr schnell. Hier kann das Absenken der Höhen mittels EQ Abhilfe schaffen.
  • Raumeigenschaften: ein Raum mit schallharten Wänden hat sehr viele Reflexionen und dadurch einen langen Nachhall. Damit koppelt es schneller. Der Nachhall im Raum sollte so gering wie möglich gehalten werden (wodurch auch die Sprachverständlichkeit profitiert).

Weitere Informationen auf unserer Homepage: Rückkopplungen: Wo tauchen sie auf? Wie kann man sie vermeiden?

2 Kommentare zu “Feind Nr. 1 der Audio-Technik: Rückkopplungen

  1. Das war mal eine Zeit lang das größte Problem auf unseren Gottesdiensten 🙂
    Der Beitrag ist echt infromativ und verständlich. Danke.

  2. Ein weiterer Tipp wäre, einen Pitch-Shifter vor das Monitoring zu schalten und das Signal ganz minimal zu verstimmen! Jedes Feedback würde sofort verstimmt und somit ausgelöscht. Viel Spaß beim testen.

    Bastian Kämmerer von east-music Leipzig

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