Tagebuch des Montreux Jazz Festivals 2010 – Teil V

15.7.: Sonnig 🙂 Der Tag beginnt früher als sonst, da ich an einem Seminar teilnehmen möchte. Am späten Nachmittag dann meine letzte Backstage-Tour mit unseren Gästen aus Deutschland. In der Stravinski Halle ist gerade der Soundcheck von Mark Knopfler. Einer meiner favorite Acts dieses Jahr beim Festival. Konzert beginnt um 20 Uhr. Habe mal wieder einen der besten Plätze im Saal. Sitzplatz direkt hinter dem FOH Mischpult mit freier Sicht auf die Bühne. Das Konzert war dann auch ein Highlight. Kurzweiliges Konzert mit einer Mischung aus Dire Straits und seinen Solo Titeln. Allerdings merkt man deutlich, dass das Publikum natürlich auf die Dire Straits Klassiker wartet. Und die kamen dann auch. Drittes Lied war schon Romeo and Juliet. Danach gleich Sultans of Swing. Zudem noch Brothers in Arms, So far away, Telegraph Road. Schade fand ich, dass Money for Nothing nicht dabei war. Von der Miles Davis Halle bekomme ich von den Shows am Abend nicht so viel mit. Schaue nur mal kurz rein. Auch an diesem Abend ist die Halle wieder reichlich voll. Mir ist es darin aber einfach zu warm.

Sound Crew Stravinski Halle

Sound Crew Stravinski Halle

16.7.: Sonnig 🙂 Heute ist wieder einer dieser besonderen Konzertabende, für die das Montreux Jazz Festival bekannt ist. Quincy Jones hat eine Band aus erstklassigen Musikern zusammengestellt. Er selbst fungiert als Moderator. Die Band probt am Nachmittag im Foyer der Halle. Eine unglaublich gute Performance mit diversen Soloeinlagen. Was für unglaublich gute Musiker!!! Eine weitere Besonderheit an diesem Abend ist die 3D Filmproduktion beider Shows in Stravinski. Zudem die 3D Liveübertragung ins benachbarte Petit Palais. Dort gab es freien Eintritt und gratis 3D Brille.

Heute ist auch bereits wieder die Abschluss-Pressekonferenz im Media Center. Während dieser Konferenz rief mich meine Kollegin an, und fragte mich, ob ich nicht in 5 Minuten das Interview mit Claude Nobs (Gründer und Direktor des Festivals) machen könnte. Wie bitte? Wieso das denn? Eigentlich sollte das Interview ein Kollege aus unserem UK Office machen. Da sich der Interviewtermin aber verschoben hatte, war der bereits wieder abgereist. Tja, und nun war außer mir keiner mehr da, der es machen könnte. Also gut, dann mach ich das halt auch noch :-). Während des Interviews habe ich Claude Nobs dann auch eine Sonderedition des Super 55 „Elvis“ Mikros in Schwarz, montiert auf einem Marmorsockel, überreicht. Das findet jetzt sicherlich einen schönen Platz neben dem goldenen 55SH, dass er vor einigen Jahren von uns bekommen hatte. Nach Konzertende noch mit der Crew der Stravinski Halle durch diverse Bars gezogen. Sozusagen Abschluss des Festivals am Abend vor dem letzten Festivaltag.

Crew Recording Trucks

David Richards, Jerome vom Recording Truck, Michael Wolf

17.7.: Letzter Festivaltag. Es hat angenehm abgekühlt. Das Festivalgelände ist wieder brechend voll mit Menschenmassen. In Stravinski spielt Emmanuelle Seigner (ihr Ehemann Roman Polanski schaut auch kurz vorbei) und als Abschluss Katie Melua. Am Nachmittag wieder die üblichen Besuche und Frequenzkoordinationen bei den Soundchecks. Dann gehe ich auch schon auf Abschiedstour durch’s Gebäude, um mich bei der Crew und meinen Freunden zu verabschieden. Dabei kam ich natürlich auch wieder an den Recording Trucks von Le Voyageur und Outside Broadcast vorbei. Dort wurde gerade ein kleiner Abschlussumtrunk vorbereitet. Die Einladung dazu nahm ich natürlich gerne an :-). Kurz noch ein Bild mit den beiden Recording Engineers David Richards und Jerome im Le Voyageur 1 Truck.

Schönes Konzert von Katie Melua. Habe leider nur die ersten Lieder mitbekommen, da ich auf die Open Air Bühne musste. Eine Band hatte einige Funksysteme eines anderen Fabrikates dabei, die nicht richtig funktionierten. Hatte ihnen dann empfohlen, unsere Systeme zu benutzen. Die Band wollte erst nicht, musste aber dann doch einsehen, dass es mit ihren Systemen nichts mehr wird. Und sind auf die Shure Funken umgestiegen. Warum nicht gleich so.

Michael Wolf mit Claude Nobs

Michael Wolf mit MJF-Gründer Claude Nobs

Nach Konzertende von Katie Melua war ich nochmal backstage in der Stravinski Halle. Eine besondere Überraschung hatte dort Christoph Stahel (Productions Manager Stravinski Halle) für mich parat. Er bat mich in die Lounge von Claude Nobs. Claude überreichte mir eine limited Edition „Live from Montreux“ Collector Box mit persönlicher Widmung. Wow, damit hatte ich nicht gerechnet. Kurz noch ein Bild mit Claude, da kam dann auch schon Katie Melua in die Lounge. Den Abschluss wie gehabt im Jazz Cafe.

18.7.: Sonntag, Tag 1 nach dem Festival. Heute Büro aufräumen und einpacken. Bestandskontrolle unserer ganzen Leihware und die Cases/Paletten zur Abholung am nächsten Tag vorbereitet. Letztes Abendessen beim Thai an der Uferpromenade. Lecker!

19.7.: Sonnig und wieder sehr warm. Um 10.30 war ich soweit fertig mit Büro entleeren. Alles war im Caddy verstaut. Sämtliche Schlüssel waren abgegeben. Ich wartete nur noch auf die Spedition, die unsere Leihware abholen und zurück nach Heilbronn bringen sollte. Und ich wartete und wartete und wartete…… Die Abholung war eigentlich für 11-12 Uhr terminiert. Um 15.30 Uhr kam dann endlich der Fahrer. Dann musste ich noch eine 3/4 Stunde warten, bis der Lastenaufzug endlich frei war. Nachdem alles verladen war und ich dem Fahrer die Zollpapiere überrecht hatte, ging es dann um kurz vor 17.00 Uhr auf die 480 km lange Heimfahrt.

Somit wäre ich auch am Ende dieses Blogs. Es war ein kleiner Einblick meiner Tätigkeit beim Montreux Jazz Festival. Hoffe, Ihr hattet etwas Spaß beim Lesen. Mein 14. Jahr beim Festival war mit diversen Highlights und persönlich schönen Momenten versehen, an die man sich gerne erinnert.

Bis zum nächsten Montreux Jazz Festival vom 1.-16. Juli 2011. 🙂

2 Kommentare zu “Tagebuch des Montreux Jazz Festivals 2010 – Teil V

  1. Pingback: Tweets that mention Tagebuch des Montreux Jazz Festivals 2010 – Teil V « Shure Blog -- Topsy.com

  2. Hallo Michael,
    habe dein komplettes Tagebuch gelesen, bin total überrascht, was du auf dem Kasten hast (sowohl von der Technik natürlich, als auch beim Tagebuch schreiben. Es war sicher wieder anstrengend, aber auch schöne Momente in Montreaux.
    Hier sieht man wieder, dass du Spass hast mit deiner Arbeit und die Fa. Shure kann stolz sein, so einen engagierten Mitarbeiter wie dich zu haben.
    Grüße aus dem Bayerischen Wald
    Helmuth Zettl

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