Tagebuch des Montreux Jazz Festivals 2010 – Teil II

Backstage mit Quincy Jones

05.07.: Sonnig und sehr warm. So müsste es noch 2 Wochen bleiben. Allerdings kann das Wetter hier manchmal innerhalb kürzester Zeit von super sonnig zu stürmischem und heftigem Regen wechseln. Heute sind Tricky und Missy Elliot als Hauptact in der Stravinski Halle. Missy Elliot mit ca. 4 h Soundcheck am Nachmittag. 4 h um für einen DJ und ein paar Mikros das Optimum heraus zu holen. Ok, fairerweise muss man sagen, dass hauptsächlich die Choreographie der Tänzer geprobt wurde. Aber auch hierfür ist denke ich eine Festival nicht der richtige Ort. Auf jeden Fall wird es heute Abend bei Missy Elliot ordentlich was für die Tiefbassfans auf die Ohren, oder besser auf den Magen geben. Den Soundcheck konnte ich noch hier unten in meinem Büro spüren. Und das liegt 2 Stockwerke unter der Stravinski Halle.

Momentan ist Tricky auf der Bühne. Ich habe die Stravinski Halle selten so leer gesehen. Sehr schade. Hoffe es füllt sich später noch etwas. Werde jetzt mal zu Vampire Weekend in die Miles Davis Halle gehen. Hat sich beim Soundcheck vielversprechend angehört.

Die Miles Davis Halle liegt übrigens gleich um die Ecke meines Büros. Es sind vielleicht 30 m bis zur Halle. Kapazität der Miles Davis Halle liegt bei ca. 1500 Zuschauern. Die Stravinski Halle ist 2 Stockwerke höher und fasst ca. 4000 Zuschauer.  Von meinem Büro sind es gemütliche 2 Minuten. Das schon mehrmals erwähnte Jazz Cafe befindet sich im Erdgeschoss. Kapazität kann ich nur schwer abschätzen, da es sich über 2 Stockwerke ausdehnt. So 700-800 Leute kann man denke ich dort schon rein packen. Hier beginnen die Bands so gegen 22.00 Uhr. Eintritt ist frei. Hier kann bis in die frühen Morgenstunden abgefeiert werden. Auf der Bühne des Jazz Cafe ereignen sich auch immer wieder spontane Jam Sessions von Bands und Musikern die vorher auf einer der Hauptbühnen gespielt haben.

Zur Performance von Missy Elliott hat sich die Stravinski Halle dann doch noch einigermaßen gefüllt. Mit dieser Art von musikalischer Darbietung konnte ich mich allerdings nicht anfreunden. Auf der Bühne waren ein DJ, dazu diverse Tänzer und sonstige Akteure.  Und dazu der Gesang von Missy Elliott. Kein einziges Instrument auf der Bühne.

Zu später Stunde mache ich noch einen Abstecher ins Studio 41, einem extra für das Festival eingerichteten Dance Club. Hier legen diverse DJ´s auf. Heute Abend unter anderem Eric Prydz aus Schweden (er hatte vor ein paar Jahren unter anderem den Hit „Call on me“, bei dem das Video zum Song für die eigentliche Aufmerksamkeit sorgte). So, morgen ist dann wieder etwas für mich dabei. Billy Idol und Gary Moore. Freu mich auf Billy Idol. Einer der wenigen Acts beim Festival, die ich noch nicht live gesehen habe.

06.07.: Wetter ist immer noch super. Sonnig und sehr warm. Heute spielen Gary Moore und Billy Idol in Stravinski. Das ist mal wieder was für meinen Geschmack. Und es war dann auch wirklich ein Highlight. Billy Idol hat mit seiner Band (unter anderem sein langjähriger Weggefährte und Gitarrist Seve Stevens) nicht enttäuscht und ein Best of seiner Hits gespielt. Die Produktion von Billy Idol reiste mit insgesamt 22 Drahtlos-Strecken für In-Ear, Gesang und Instrumente an. Für die entsprechende Koordination war ich dann während des Aufbaus und Soundchecks vor Ort.

Nach Billy Idol spielte dann ab ca. 22.00 Uhr Gary Moore. Gary hatte ich die letzten Jahre schon ein paar Mal mit seinem Bluesprogramm gesehen. Die Songauswahl war allerdings dieses Mal sehr viel rockiger. Als Opener ging es gleich mit Over the hills and far away los. Die Gitarre, wie immer bei Gary Moore, mörderlaut bereits von der Bühne. Vor den beiden Marshall Boxen wurden zwei Beta 27 Mikros platziert. Die haben den Sound tadellos über die PA in die Halle transportiert. Zwei Super Konzerte. Laut und rockig!

07.07.: Sonnig (was sonst :-)). Backstage Tour mit unseren Gästen aus UK. Während der Tour bekam ich einen Anruf vom 3-D Video Team. Sie hätten gerne ihre Frequenzen für die portablen Kameras koordiniert. Zufällig waren wir mit unserem Rundgang fast am Ende und nicht weit vom 3-D Produktionsbüro.

Am Nachmittag hatte ich David Richards im Recording Truck für die Stravinski Halle getroffen. David ist Eigentümer der legendären Mountain Studios hier in Montreux. In denen unter anderem auch einige Alben von Queen und David Bowie produziert wurden. Für das Festival ist er häufig als Recording Engineer tätig.

Leider hat sich auch ein tragischer Unfall ereignet. Ein Mitglied der Band von Regina Spektor, die heute in Stravinski spielt, ist gestern Nachmittag beim schwimmen hier im Genfer See ertrunken. Er ist anscheinend mit einem Bekannten beim Schloss Chillon (Montreux) geschwommen, als er plötzlich nicht mehr auftauchte. Der Auftritt von Regina Spektor war dementsprechend emotional. Teilweise musst das Konzert unterbrochen werden.

In der Miles David Halle hat Ben Harper ein sehr langes Konzert gegeben. Hab leider nur das Ende mitbekommen. Die Halle war aber gut gefüllt und das Publikum zufrieden.

Deutschland – Spanien im Jazz Cafe auf Großleinwand angesehen – dazu aber an dieser Stelle besser kein Kommentar :-(.

Ein Kommentar zu “Tagebuch des Montreux Jazz Festivals 2010 – Teil II

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