In-Ear Monitoring – die Grundlagen

Auf der Prolight + Sound stellten wir unser brandneues PSM 900 In-Ear Monitoring System sowie die dazu passenden Ohrhörer SE535 und SE425 vor. Dadurch häuften sich in den letzten Tagen nicht nur die Fragen über die Features des neuen Systems, sondern auch generelle Anwendungsfragen von In-Ear Monitoring. Anlass um ein paar Basics zu klären:

Vorteile: In-Ear Monitoring ist die konsequente (Weiter-)Entwicklung parallel zu Funkmikrofonen. Denn wenn ein Musiker auf der Bühne durch Funkmikrofone bzw. auch drahtlose Gitarren-Systeme die komplette Bewegungsfreiheit gewinnt, so sollte auch der Monitor-Sound ihn nicht an dieser Bewegungsfreiheit hindern. Herkömmliche „Wedges“ auf der Bühne haben den optimalen Monitor-Sound nur in einem relativ kleinen Bereich. Bewegt man sich aus diesem Bereich heraus, so „verliert“ man seinen Monitor-Mix. Beim In-Ear Monitoring trägt der Musiker die „Lautsprecher“ im Ohr mit und kann sich frei bewegen, ohne dass der Monitor-Sound sich ändert.

Komponenten: Ein komplettes In-Ear Monitoring System besteht aus Sender, Taschenempfänger und Ohrhörer. Die meisten Systeme sind als Stereo-Weg ausgelegt. Bei Musikern, die einen Mono-Mix bevorzugen, bieten sich einige (tolle) zusätzliche Möglichkeiten an:

  • „Stereo“ mit zwei Mono-Signalen: zwei Musiker können sich einen Sender teilen. Im Sender wird beispielsweise auf den rechten Kanal der Monitor Mix des Sängers gelegt, auf den linken den des Gitarristen. Nun benötigen Sänger und Gitarrist lediglich jeweils einen (Taschen-)Empfänger (inkl. Ohrhörer) und stellen den Empfänger auf den rechten bzw. linken Kanal.
  • Mix-Mode: In diesem Modus wird das „Stereo-Signal“ des Senders im Empfänger zu einem Mono-Signal zusammen gemischt. Über den Balance-Regler besteht nun die Möglichkeit die Lautstärke der beiden Kanäle zu beeinflussen. Ein Sänger kann sich beispielsweise auf den rechten Kanal seinen eigenen Gesang legen, die komplette Band auf den linken Kanal. Im Empfänger hat er nun sehr einfach (über den Balance-Regler) die Möglichkeit das Lautstärkeverhältnis Gesang/Band einzustellen.

Diversity bei In-Ear Systemen: In-Ear Monitoring Empfänger sind überwiegend Non-Diversity-Systeme, sprich sie haben nur eine Antenne. Dadurch kann es durch Reflexionen des HF-Signals schneller zu Drop-Outs kommen als mit üblichen Diversity-Empfängern von Funkmikrofonen.

Technisch gesehen bringt Diversity in einem Taschenempfänger kaum einen verbesserten HF-Empfang, da das Gehäuse viel zu klein ist. Um eine ideales Diversity zu bekommen sollten die Antennen etwa eine Wellenlänge Abstand zueinander haben. Bei UHF-Signalen also etwa 40 cm. Je näher die Antennen zusammen rücken, desto „schlechter“ wird der Diversity-Effekt.

Auch das Ohrhörer-Kabel als zweite Diversity-Antenne zu „missbrauchen“ bringt kaum Vorteile. Denn das Kabel des Ohrhörers kann eine angepasste Antenne nicht ersetzen und liefert kein ausreichendes Signal, um wirklich dem Diversity-Effekt dienlich zu sein.

Bei dem PSM 900 System haben wir durch modernste HF-Filter und der aktiven HF-Verstärkungs-Regelung ein Non-Diversity-System entwickelt, das dennoch Drop-Outs und Rauschen äußerst effizient minimiert.


Ein Kommentar zu “In-Ear Monitoring – die Grundlagen

  1. Pingback: Shure In-Ear Monitoring – die Grundlagen | blog.kopfhoerer.ch

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