Ein professionelles Mikrofon am Laptop betreiben
Soll ein professionelles Mikrofon – wie beispielsweise das SM58 – an einen Laptop (oder Rechner) angeschlossen werden, so stößt man auf erhebliche Probleme. Laptops bzw. OnBoard-Soundkarten haben zwar einen Mikrofoneingang – dieser ist aber mit einem 3,5 mm Klinkenstecker ausgestattet. Das erste Hindernis ist also das richtige Kabel zu finden. Der XLR Ausgang des Mikrofons muss auf den Klinkenstecker adaptiert werden.
Ist dieses Hindernis überwunden – wozu häufig ein Lötkolben benutzt werden muss, da im Fachhandel nur spärlich das passende Kabel angeboten wird und auch das Shure PR325 im Handel kaum zu finden ist – kommt die nächste Enttäuschung: das Signal ist zu leise beziehungsweise viel zu verrauscht. Dies liegt an der zu geringen Eingangsempfindlichkeit der Soundkarte. Das Signal des Mikrofons ist zu gering – und muss somit in der Software noch lauter gerechnet werden. Dies führt zu einem erhöhten Rauschteppich.
Fazit: ein direkter Anschluss ist zwar möglich, aber unter starker Einschränkung der Klangqualität.
Mögliche Lösungen:
- Lösung 1:
Mit Hilfe eines passiven Übertragers wie dem Shure A96F kann das Signal bis zu 12 dB “verstärkt” werden. Allerdings wird das Mikrofon mit einem niederohmigen Anschluss “belastet” und dies kann zu Klangbeeinflussung führen. Deswegen eignet sich diese Methode lediglich als “quick and dirty” Lösung – vor allem bei Einsätzen, bei denen keine Steckdose ist der Nähe ist. - Lösung 2:
Das Mikrofon-Signal mittels kleinem Mischpult auf Line-Level verstärken und dann den LineIn der Soundkarte nutzen. Auch hier wird wieder ein Adapterkabel von XLR (w) auf 3,5 mm Klinke benötigt. Das Signal kann der Soundkarte dadurch allerdings mit adäquatem Pegel geliefert werden, so dass die Verstärkung in der Software entfällt und somit (je nach Soundkarte) ein genügend großer Signal-Rauschabstand erzielt werden kann. - Lösung 3:
Ein USB-Mikrofon direkt an den USB-Port des Rechners anschließen. Der Vorteil: die Digitalisierung wird schon im Mikrofon vorgenommen – dabei wird eine bessere Klangqualität erzielt als mit manch OnBord-Soundkarten. Der Nachteil: Der DA-Wandler sitzt im Mikrofon. Man ist also auf die Verwendung dieses Mikrofons festgelegt. Bei der Anschaffungen eines weiteren Mikrofons muss wieder der Wandler mit bezahlt werden, dadurch steigen die Kosten. Deswegen gibt es diese Modelle meist als Allround-Mikro, die universell eingesetzt werden können – wie beispielsweise das Shure PG27USB.
Diese Möglichkeit wird gerne fürs das Podcasting oder Voice-Over-Anwendungen verwendet. Aus diesem Grund gibt es für Sprache und Gesang optimierte Modelle wie das PG42USB. - Lösung 4a:
Hochwertige Soundkarten nutzen: Diese werden in den unterschiedlichsten Arten (und Preisbereichen) angeboten. Die kleinste Version ist ein einkanaliger Wandler wie beispielsweise das X2u XLR-auf-USB-Interface. Dies eignet sich besonders für den mobilen Einsatz (ohne nahe Steckdose). Vorteile: der X2u bietet Phantomspannung, so dass auch Kondensatormikrofone genutzt werden können. Ferner einen Kopfhöreranschluss, der latenzfreies Abhören* ermöglicht. - Lösung 4b:
Für kleine Heimstudios geht es dann mit mehrkanaligen externen Soundkarten weiter, die mittels Firewire oder USB an den Rechner angeschlossen werden. Oder auch interne PCI-Soundkarten. Wer tiefer ins Homerecording einsteigen will ist hiermit bestens bedient. Der Markt bietet eine sehr große Palette unterschiedlicher Soundkarten. Wichtig ist neben der Klangqualität, Treiber mit niedriger Latenz und bei Verwendung von Kondensatormikrofonen natürlich die Lieferung der Phantomspannung.
Tipp:
Manche Kondensatormikrofone – insbesondere die, die speziell für Homerecording entwickelt wurden – lassen sich mit einer Batterie betreiben. Daher können diese Mikrofone auch eingesetzt werden, wenn keine Phantomspannung zur Verfügung steht (wie beispielsweise auch Lösung 1). (PG81, SM94)
Infos:
- *Latenz: Das analoge Signal des Mikrofons wird im Rechner (oder externer Soundkarte) digitalisiert. Soll das aufgenommene Signal wieder ausgespielt werden (als Monitor-Signal) so treten Verzögerungen auf (Latenz). Bei den üblichen Onborad-Soundkarten kann dies bis zu einer viertel Sekunde dauern. Das ist natürlich viel zu lange, um im “Takt zu bleiben”. Professionelle Soundkarten haben eine Latenz von 4 ms oder gar weniger.
Der X2u hat aus diesem Grund einen Kopfhörer-Ausgang, der das Signal vor der Digitalisierung latenzfrei ausspielt.
Mehr Infos zu Homerecording und Podcasting gibt es auf unserer Webseite unter:
http://www.shure.de/supportdownload/tipps_grundlagen/studio-home-recording
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7. März 2013 um 15:35 | #1Anonym

