Archiv

Archiv für April 2010

In-Ear Ohrhörer – von der Bühne auf die Straße

28. April 2010 6 Kommentare
Shure SE535

Das aktuelle Topmodell: SE535

Shure entwickelt nun seit etwa 10 Jahren In-Ear Ohrhörer. Vorerst speziell ausgelegt für das Monitoring auf der Bühne und später mehr und mehr auch für den mobilen Musikgenuss.  Die oberste Priorität der ersten  ”Musiker-Ohrhörer” war ein druckvoller – und daher mittiger – Sound: der Musiker muss sich selber im Bandmix klar und deutlich hören können.

Mit der Zeit wurde aber auch beim Monitoring, inbesondere bei Schlagzeugern und Bassern, der Wunsch  nach “mehr Bass” laut. Und auch nach einem klareren, brillanteren Sound. Letztenendes mehr HiFi-Qualität und linearem Frequenzgang. Mit dieser Entwicklung war der Weg geebnet für den mobilen Musikgenuss und In-Ear-Ohrhörer wanderten von der “Bühne auf die Straße”.

Mit dieser Anwendungs-Verlagerung bekam ich im technischen Support vermehrt die Reklamationen, dass die Ohrhörer ja zu wenig Bass hätten. Was mich vorerst sehr wunderte. Denn mein eigenes Hörerlebnis war ganz anders und auch von Live-Musikern hatte ich nie eine derartige negative Rückmeldung bekommen. Schnell war klar: es liegt am falschen Sitz im Ohr. Denn In-Ears müssen – anders wie bei den sonst üblichen ”Ohrstöpseln” – perfekt im Ohr sitzen, um den hochwertigen Klang voll ausspielen zu können. In-Ear Ohrhörer müssen sehr tief in den Gehörgang eingeschoben werden, was am Anfang sehr ungewohnt ist. Aber je tiefer, desto stärker ist der Bass.

Auch ein leichtes verdrehen im Ohr – so dass das Röhrchen nicht mehr direkt auf das Trommelfell zeigt - verschlechtert den Klang: es fehlen die Höhen.

  • Wie muss man nun den Ohrhörer am besten Einführen?
    Eine ausführliche Anleitung findest du auf der Shure Homepage.
  • Treten bei In-Ears schneller Hörschäden auf wie bei herkömmlichen “Ohrstöpseln” oder normalen Kopfhörern?
    Nein – entscheidend für einen Hörschaden ist der Schalldruck am Trommelfell (und damit die empfundene Lautstärke) – egal ob nun mit In-Ears, Kopfhörern oder auch Lautsprechern gehört wird.
    Im Gegenteil: da die Schallisolierung der In-Ear Ohrhörer wesentlich höher ist als mit anderen Kopfhörern, dringen weniger Umgebungsgeräusche ans Ohr und damit kann die Lautstärke reduziert werden.

Noch ein Tipp: Alle Shure Ohrhörer haben eine sehr hohe Empfindlichkeit – sprich sie sind sehr laut. Deswegen vor dem Einführen die Lautstärke des Abspielgerätes reduzieren.

Shure feiert 85-jähriges Jubiläum

Am 25. April 1925 gründet Sidney N. Shure in Chicago sein Ein-Mann-Unternehmen zum Vertrieb von Radio-Bausätzen. Heute – 85 Jahre später – zählt die Marke Shure zu den Legenden in der professionellen Audiobranche. Shure Mikrofone, Funksysteme sowie In-Ear Monitoring Produkte sind von den Bühnen weltweit nicht wegzudenken.

Sidney N. Shure

Viele werden den Namen Shure auch in Verbindung bringen mit Tonabnehmersystemen*. Shure zählte in diesem Bereich einst zu den Marktführern.

Das Shure Deutschland Team ist stolz darauf Teil dieser Legende sein zu dürfen. Auf mindestens weitere 85 Jahre!

Zur Shure Unternehmensgeschichte.

*Für die etwas jüngeren unter den Lesern, diese werden benötigt um Schallplatten abzuspielen :-) .

Kategorien:Allgemeines, Events Schlagworte: ,

Silbermond sagen Dankeschön mit einem tollen Präsent

Silbermond erhalten für das Album “Nichts Passiert” Doppel-Platin (mehr als 400.000 verkaufte Exemplare) und bedanken sich auf ganz spezielle Weise beim Shure Deutschland Team für den jahrelangen Support. Wir freuen uns riesig über dieses Präsent und gratulieren Stefanie, Andreas, Johannes und Thomas zu diesem Erfolg!

Shure Deutschland AR -Mann Thorsten Braun mit Doppel-Platin von Silbermond

Shure Deutschland AR-Mann Thorsten mit dem Doppel-Platin Präsent von Silbermond

Kategorien:Allgemeines Schlagworte: , ,

Interview mit Stereogain, der ersten Finalband im Proberaum Deluxe Bandwettbewerb

20. April 2010 3 Kommentare

Schaut man sich den Proberaum von Stereogain an, so ist man zuerst einmal beeindruckt: ein toller Raum, gemütlich eingerichtet und mit ausreichend Platz zum Jammen und Chillen. Das Beste daran: drei Stockwerke unter der Erde können die Jungs zu jeder Tag- und Nachtzeit rocken, ohne jemanden zu stören – oder gestört zu werden.

Zusammen mit Cosmo Klein haben wir die sympathische Gewinnerband der ersten Runde im Proberaum Deluxe Contest in Tuttlingen besucht. Mit dabei hatten wir auch das Gewinnerpaket: Shure Equipment im Wert von 2.000 €. Gefreut haben sie sich riesig darüber und im Interview spricht Sänger Crischa über den Proberaum, die Songtexte und die Bedeutung des Internets für die Vermarktung der Band.

Shure Equipment, das wir für Stereogain im Gepäck hatten:

In-Ear Monitoring – die Grundlagen

14. April 2010 1 Kommentar

Auf der Prolight + Sound stellten wir unser brandneues PSM 900 In-Ear Monitoring System sowie die dazu passenden Ohrhörer SE535 und SE425 vor. Dadurch häuften sich in den letzten Tagen nicht nur die Fragen über die Features des neuen Systems, sondern auch generelle Anwendungsfragen von In-Ear Monitoring. Anlass um ein paar Basics zu klären:

Vorteile: In-Ear Monitoring ist die konsequente (Weiter-)Entwicklung parallel zu Funkmikrofonen. Denn wenn ein Musiker auf der Bühne durch Funkmikrofone bzw. auch drahtlose Gitarren-Systeme die komplette Bewegungsfreiheit gewinnt, so sollte auch der Monitor-Sound ihn nicht an dieser Bewegungsfreiheit hindern. Herkömmliche “Wedges” auf der Bühne haben den optimalen Monitor-Sound nur in einem relativ kleinen Bereich. Bewegt man sich aus diesem Bereich heraus, so “verliert” man seinen Monitor-Mix. Beim In-Ear Monitoring trägt der Musiker die “Lautsprecher” im Ohr mit und kann sich frei bewegen, ohne dass der Monitor-Sound sich ändert.

Komponenten: Ein komplettes In-Ear Monitoring System besteht aus Sender, Taschenempfänger und Ohrhörer. Die meisten Systeme sind als Stereo-Weg ausgelegt. Bei Musikern, die einen Mono-Mix bevorzugen, bieten sich einige (tolle) zusätzliche Möglichkeiten an:

  • “Stereo” mit zwei Mono-Signalen: zwei Musiker können sich einen Sender teilen. Im Sender wird beispielsweise auf den rechten Kanal der Monitor Mix des Sängers gelegt, auf den linken den des Gitarristen. Nun benötigen Sänger und Gitarrist lediglich jeweils einen (Taschen-)Empfänger (inkl. Ohrhörer) und stellen den Empfänger auf den rechten bzw. linken Kanal.
  • Mix-Mode: In diesem Modus wird das “Stereo-Signal” des Senders im Empfänger zu einem Mono-Signal zusammen gemischt. Über den Balance-Regler besteht nun die Möglichkeit die Lautstärke der beiden Kanäle zu beeinflussen. Ein Sänger kann sich beispielsweise auf den rechten Kanal seinen eigenen Gesang legen, die komplette Band auf den linken Kanal. Im Empfänger hat er nun sehr einfach (über den Balance-Regler) die Möglichkeit das Lautstärkeverhältnis Gesang/Band einzustellen.

Diversity bei In-Ear Systemen: In-Ear Monitoring Empfänger sind überwiegend Non-Diversity-Systeme, sprich sie haben nur eine Antenne. Dadurch kann es durch Reflexionen des HF-Signals schneller zu Drop-Outs kommen als mit üblichen Diversity-Empfängern von Funkmikrofonen.

Technisch gesehen bringt Diversity in einem Taschenempfänger kaum einen verbesserten HF-Empfang, da das Gehäuse viel zu klein ist. Um eine ideales Diversity zu bekommen sollten die Antennen etwa eine Wellenlänge Abstand zueinander haben. Bei UHF-Signalen also etwa 40 cm. Je näher die Antennen zusammen rücken, desto “schlechter” wird der Diversity-Effekt.

Auch das Ohrhörer-Kabel als zweite Diversity-Antenne zu “missbrauchen” bringt kaum Vorteile. Denn das Kabel des Ohrhörers kann eine angepasste Antenne nicht ersetzen und liefert kein ausreichendes Signal, um wirklich dem Diversity-Effekt dienlich zu sein.

Bei dem PSM 900 System haben wir durch modernste HF-Filter und der aktiven HF-Verstärkungs-Regelung ein Non-Diversity-System entwickelt, das dennoch Drop-Outs und Rauschen äußerst effizient minimiert.


Cosmo Klein im Interview

Der Samstag auf der Prolight & Sound / Musikmesse ist bekanntlich der Publikumstag. Wir nutzen diesen Tag gerne, um befreundete Künstler auf die Shure Bühne zu holen. Neben Robeat hatten wir in diesem Jahr Cosmo Klein zu Gast. Zusammen mit Claus Fischer (von 2001-2004 Bassist der Heavytones, der Band der Fernsehshow TV Total) legte Cosmo eine beeindruckende Performance hin, die nicht nur mich begeistert hat.

In einer der Pausen nutzte ich die Gelegenheit, um mit Cosmo über seine aktuellen musikalischen Projekte und den Shure Proberaum Deluxe Bandcontest auf MySpace zu sprechen:

Ende April im Handel: das Beta 27 – ein Kommentar von Matt West

1. April 2010 1 Kommentar

Auf der Prolight & Sound / Musikmesse letzte Woche hat das Beta 27 Weltpremiere gefeiert. Bereits Ende April wird es im Handel in Deutschland erhältlich sein.

Es ist die perfekte Ergänzung zum SM57 als zweites Gitarrenmikrofon” sagt Matt West, Front of House Ingenieur für Phoenix, Motörhead, The Cure, Snoop Dogg und viele andere. “Es klingt sehr voll und benötigt kaum Eingriffe oder Einschränkungen in den Höhen, um die Gitarre warm klingen zu lassen. Es ist bereits alles da. Ich wäre froh darüber, es auf der Liste aller Bands zu sehen, mit denen ich arbeite.”

Dass das Beta 27 ein Großmembran-Kondensatormikrofon ist, ist erst ein mal nichts Außergewöhnliches. Dass es eine Supernierencharakteristik hat und in erster Linie für die Instrumentenabnahme entwickelt wurde hingegen schon. Denn Großmembraner werden in der Regel im Studio für Gesangsaufnahmen eingesetzt. Der Trend geht jedoch dahin, diesen Mikrofontyp sowohl an Instrumenten, als auch auf der Bühne einzusetzen.

Der sehr lineare Frequenzgang des Beta 27 gibt das abgenommene Instrument äußert naturgetreu wieder. Geeignet ist es unter anderem für E-Gitarren, Bläser, Overhead, Piano oder auch die Bassdrum. Trotz der Ausrichtung auf Instrumente und die Live-Situation, gibt das neueste Mitglied der Beta Serie auch bei Studio-Gesangsaufnahmen eine gute Figur ab.

Die äußert konsistente Supernierencharakteristik des Beta 27 hilft vor allem auf lauten Bühnen und bei schwierigen Bedingungen das abgenommene Instrument von anderen Schallquellen, wie z.B. einem nebenstehenden Instrument, zu isolieren und somit Übersprechen zu vermeiden. Ein weiterer Vorteil ist die hohe Sicherheit vor Feedback.

Bis zu 154 dB maximalem Schalldruck kann das Mikrofon verzerrungsfrei wiedergeben, vorausgesetzt, der 15 dB Pad ist aktiviert. Das Beta 27 glänzt weiterhin mit einem Eigenrauschen von gerade einmal 8,5 dB.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.