Die Shure Unidyne Story – Teil 2
Letzte Woche haben wir Euch die Entstehungsgeschichte des ersten unidirektionalen dynamischen Mikrofons – dem Shure Unidyne – vorgestellt. Wie es mit dem Mikrofon weiter ging, erfahrt Ihr im zweiten Teil der Unidyne Story:
Die Theorien von Bauer bewahrheiteten sich, die Unidyne Kapsel war berechenbarer und leichter zu handhaben als seine Vorgänger. Es bot eine unglaublich neue Möglichkeit für die Kontrolle der Rückkopplung und Reduzierung der Aufnahme von Umgebungsgeräuschen. Außerdem war das Mikrofon im Vergleich zu anderen, ähnlichen Mikrofonen viel kleiner. Das Unidyne war seinerzeit das Mikrofon mit der besten Klangqualität und setzte einen neuen Standard für qualitativ hochwertige Aufnahmen, kombiniert mit der Minimierung ungewollter Nebengeräusche. In der Zeit von 1939 bis 1946 blieb das Unidyne weitgehend unverändert. Erst 1951 kam das neue „kleine Unidyne“ Mikrofon (mit der Unidyne II Kapsel), mit verbesserten Eigenschaften, welche das ursprüngliche und erste Unidyne erfolgreich gemacht hatten, auf den Markt. Wie der Name schon sagt, ist das „kleine Unidyne“ leichter und kompakter als das Original. Die Unidyne III Mikrofonkapsel kam im Jahr 1960 mit dem Mikrofon 545 auf den Markt. Shure Ingenieur Ernie Seeler war verantwortlich für die (Weiter-) Entwicklung der Unidyne-Technologie und der Entwicklung von Unidyne III.
Das Design brachte wesentliche Veränderungen in der Unidyne-Plattform mit sich. Es wurde ein höchst durchdachter Erschütterungsabsorber entwickelt, der hinsichtlich der Reduzierung von Griffgeräuschen, der Beste seiner Klasse am Markt war. Bei Erschütterungen pumpt ein Kolben Luft in eine Kammer hinter der Membran. Der Luftdruck auf die Membran wirkt der eigentlichen Membranbewegung durch die Vibration entgegen. Das Ergebnis: maximale Isolation von sämtlichen mechanischen Vibrationen. Eigentlich ist dieser luftgefederte Erschütterungsabsorber eine einfache Konstruktion, aber die Entwicklung erforderte einen solch enormen Aufwand, dass es anderen Mikrofonherstellern nie wirklich möglich war etwas Ähnliches nachzubilden. Hunderte Seiten, gefüllt mit Formeln höherer Mathematik, haben jeden Aspekt der Kapsel berechnet; von der Membranresonanz, über das Kapselgewicht, bis hin zu Widerstandsfähigkeit, Nachgiebigkeit, Luftkompressionen, Geometrie und Weglänge der Schallwellen im Inneren der Mikrofonkapsel. Alle diese Eigenschaften stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander und beeinflussen in ihrer Gesamtheit nicht nur den Übertragungsbereich und die Richtcharakteristik der Mikrofone, sondern auch die Performance des Erschütterungsabsorbers.
1965 bildete die Unidyne III Kapsel und das schlanke Design des 545 die Grundlage für das SM57 Mikrofon, das erste Produkt der legendären SM-Reihe. Seeler‘s Erschütterungsabsorber im Unidyne III Design eröffnete durch den handlichen Gebrauch dynamischer Mikrofone überragende Möglichkeiten für eine neue Generation der Musik und des Gesangs. Bis heute bleibt ihre Performance unübertroffen.
Hier alle Shure Mikrofon-Serien im Überblick:
Drum Workshop: Hall
Klingt Dein Drum Sound zu trocken und unnatürlich? Recording Ingenieur Jay Stapley und Drum Profi Darren Ashford geben Tipps und Tricks, wie man seinen Drum Mix durch künstlichen Hall verbessern kann. Dieses und weitere Videos sind wie immer auf unserer Shure Drum Mastery Webseite zu finden.
Viel Spaß beim Anschauen des Videotorials!
Weiterführende Links:
Die Shure Unidyne Story – Teil 1
Beim Shure Unidyne Mikrofon handelt es sich zweifellos um eine Ikone der Musikgeschichte. Aber wie kam es überhaupt zu dieser Ikone? Es begann alles im Jahr 1937 mit der Idee von Shure Ingenieur Ben Bauer, das erste Unidyne Mikrofon zu entwickeln. Als Treiber der Idee entwickelte er ein Konzept, durch das die Herstellung eines unidirektionalen Mikrofons mit einem einzigen dynamischen Element (Membran) möglich werden sollte. Vor der Unidyne Technologie, wurde für die Herstellung von direktionalen Mikrofonen auf die Verwendung einer Kugelcharakteristik in Kombination mit einer bidirektionalen Richtcharakteristik (Acht) in einem Gehäuse, gesetzt. Mit dem zusammenmischen der Ausgangssignale beider Kapseln im Verhältnis 1:1, war das Ergebnis ähnlich einer Nierencharakteristik. Die ersten Zwei-Membran-Mikrofone hatten viele Nachteile. Zum einen waren sie sehr groß und unhandlich, zum anderen war die Performance mangelhaft. Da die omnidirektionalen und die bidirektionalen Mikrofonkapseln nicht denselben Übertragungsbereich aufwiesen und an unterschiedlichen Stellen im Gehäuse angebracht wurden, war es schwierig den daraus resultierenden kombinierten Übertragungsbereich mit der inkonsistenten Richtcharakteristik zu kontrollieren.
Das Konzept der Zwei-Membraner war alles andere als perfekt, aber eben auch besser als gar nichts im Kampf gegen die unerwünschten Rückkopplungen oder Nebengeräusche. Ben Bauer erkannte, dass der beste Weg, um diese Nachteile zu beseitigen, die Verwendung von nur einer Mikrofonkapsel war. Er begann mit der Untersuchung der anwendbaren Physik. Er wusste, wenn nur eine Membran im vorderen Bereich der Kapsel angebracht werden würde, so wäre das Ergebnis eine omnidirektionale Richtcharakteristik (Kugel). Im Gegensatz dazu, nimmt ein bidirektionales Mikrofon den Klang von zwei Seiten – Vorder- und Rückseite – auf. Bauer schlussfolgerte daraus, dass er, wenn er es schaffen würde die Rückseite des Mikrofonelements abzublocken, theoretisch eine Richtcharakteristik erzeugen könnte, die zwischen omnidirektional und bidirektional liegen würde, was dann einer Herzform oder auch Nierenform entspricht. So machte er sich daran, diese hypothetische Kapsel zu erstellen und entwickelte dabei das, was Shure später als „Unidyne“ bezeichnete.
Nach Abschluss der Entwicklungsarbeiten, war Bauer`s Unidyne Konzept so konstruiert, dass das Mikrofon mehrere Öffnungen auf der Vorderseite und an den Seiten zeigte und somit die Aufnahme von Schallwellen auf beiden Seiten der Membran ermöglichte. Die Schallwellen, welche die Membran von Innen (über die Seitenöffnungen) erreichen, haben einen längeren Weg zurückzulegen, was zu einer (zeitlichen) Verzögerung vom Schalleingang über die Seiten und dem Schalleingang von Vorne führt. Durch die veränderbaren akustischen Widerstände an den Seiteneingängen, konnte Bauer verschiedene Richtcharakteristiken wie die Niere, die Superniere oder die Hyper-Niere mit nur einer Kapsel abbilden. So wurde das erste wirkliche unidirektionale dynamische Mikrofon Wirklichkeit – Unidyne.
Wie es mit dem Unidyne weiter geht, erfahrt Ihr im 2. Teil der Unidyne Story.
Interesse an unserer Classic Mikrofon-Serie? Dann geht auf www.shure.de/produkte/mikrofone/mikrofon-serien/classic
Shure präsentiert SE846 Sound Isolating Ohrhörer
Auf einer Pressekonferenz in Tokio stellt Shure heute erstmals das neue Flaggschiff der SE Sound Isolating Ohrhörer-Serie vor. Der SE846 bietet vier hochauflösende MicroDriver, die als Dreiwege-System konfiguriert sind, um die akkurate Wiedergabe der tiefen, mittleren und hohen Frequenzen zu gewährleisten. Die zum Patent angemeldete Konstruktion des SE846 beinhaltet einen innovativen Tiefpassfilter mit präziser Basswiedergabe, der satte, authentische Tiefen garantiert.
Der SE846 liefert professionellen Musikern und Klangenthusiasten originalgetreue Sounderlebnisse auf einem vollkommen neuen Level. Sein Bass ist voll und kräftig, Hochtöner und Mittentreiber bekommen ausreichend akustischen Raum, um sich zu entfalten und voller Details wiedergegeben zu werden.
„Wie alle Shure Produkte verfügen auch unsere neuen, innovativen Ohrhörer über eine beeindruckende Klangqualität und ein extrem widerstandsfähiges Design. Der neu entwickelte Tiefpassfilter ermöglicht, ganz einfach und zugleich effektiv, eine deutliche Abgrenzung der einzelnen Frequenzbereiche und eröffnet damit neue Klangwelten.“, erklärt Matt Engstrom, Category Director für Monitoring Produkte bei Shure. „Der SE846 erreicht mühelos die Qualitäten eines echten Subwoofers – und das im kompakten In-Ear Design.“
Der SE846 kombiniert erstklassigen Klang und hervorragende Abschirmung von Umgebungsgeräuschen. Zudem erlauben drei austauschbare Schallröhrchen die individuelle Anpassung der Klangsignatur. Dem Nutzer stehen drei Varianten mit unterschiedlichen Frequenzkurven zur Verfügung, aus denen er den Sound seines persönlichen Geschmacks wählen kann – ausgeglichen, brillant oder warm.
Im Lieferumfang des SE846 sind ein abnehmbares Kabel für einfachen, komfortablen Austausch und ein umfangreiches Zubehör-Set mit verschiedenen Ohrpassstücken sowie ein wasser- und stoßfestes Transport-Case enthalten.
SE846 Sound Isolating Ohrhörer Produkteigenschaften:
Vier High-Definition MicroDriver mit präzisen Tiefen:
Für erweiterte Höhen und unübertroffenen Bass
- Vier Balanced Armature Treiber, die perfekt aufeinander abgestimmt sind.
- Dreiwege-System für akkurat getrennte Tiefen, Mitten und Höhen.
Zum Patent angemeldetes Design für unvergleichliche Bass-Performance
Innovativer Tiefpassfilter ermöglicht eine Bassabsenkung von ca. 3 dB bei 90 Hz (ca. 10 dB bei 250 Hz)
- Zehn hochpräzise gefertigte, rostbeständige Metallplättchen bilden einen mechanischen Tiefpassfilter bei 75 Hz. Dies führt zu einer optimalen Basswiedergabe ohne Verzerrungen oder Artefakten.
- Bietet die Tiefenperformance eines echten Subwoofers – mit allen Details.
Der Shure SE846 Sound Isolating Ohrhörer wird im Sommer 2013 erhältlich sein.
Shure Academy erweitert Seminarangebot
Die Shure Academy – European Audio Network bietet Fachseminare, Workshops und Online-Kurse für das AV-Systemgeschäft, die Pro Audio Industrie, den Musikeinzelhandel sowie Endanwender. Ab sofort sind die vier kostenfreien E-Learning Kurse zu den Themen Akustik, Hochfrequenztechnik und Mikrofontechnologie noch einfacher und ohne vorherige Registrierung zugänglich. Die Online-Module stehen allen Interessierten unter www.shure-academy.de/academy_de/e-learning zur Verfügung.
Zusätzlich erweitert die Shure Academy ihr Angebot an Präsenzterminen um nichtproduktbezogene Seminare aus der AV-Praxis. Das Seminarprogramm richtet sich an Vertriebsmitarbeiter, Projektleiter und planungsorientierte Techniker. Die Seminare mit Workshop-Charakter bieten zusätzliche Qualifizierungen und wertvolle Hintergrundinformationen.
Für die neue Seminarreihe hat die Shure Academy mit Norbert Hönig einen anerkannten Fachmann an ihrer Seite (www.nhconsult.org). Hönig verfügt über eine langjährige Erfahrung als Planer und wird sein Know-How, das er bei der Realisierung zahlreicher nationaler und internationaler Projekte gewinnen konnte, künftig an der Shure Academy in unterschiedlichsten Seminarformaten rund um das Thema AV weitergeben.
Ein weiterer Kooperationspartner der Shure Academy ist das Fraunhofer IDMT Ilmenau; Formate zum Thema Akustik und 3D Sound sind bereits in Planung.
Nächstes Präsenzseminar:
Am kommenden Samstag, 11. Mai 2013 findet der Homerecording Workshop statt.
Das Seminar richtet sich an ambitionierte Musikschaffende, die sich ein Heimstudio einrichten wollen, bzw. den Workflow und die Ergebnisse verbessern möchten. Als Dozent konnten wir u. a. Philippe van Eecke, Komponist, Produzent und Tonstudiobetreiber des “klangzeugertonstudio.ma” (u. a. für Xavier Naidoo, Söhne Mannheims, Yvonne Catterfeld, XAVAS) gewinnen.
Jetzt noch schnell anmelden!
Weitere Informationen unter www.shure-academy.de
Shure LensHopper Richtrohrmikrofone sahnen ab
Erst kürzlich haben wir unsere beiden Richtrohrmikrofone VP83 und VP83F zur Blitzschuhmontage auf der NAB in Las Vegas vorgestellt und schon hagelt es einen Award nach dem anderen.
Die Shure LensHopper sind ultra-kompakte Kondensator-Richtrohrmikrofone, für detailgetreue und hochwertige Aufnahmen von Audiosignalen mit DSLR-Kameras und tragbaren Audio Recordern. Das VP83F bietet darüber hinaus auch Aufnahme- und Playbackfunktionen.
Unsere Mikrofone waren der Blickfang auf der NAB (National Association of Broadcasters) und konnten einige Awards mit nach Hause nehmen. Voller Stolz lesen wir im Videomaker Magazin einem Artikel über den “NAB 2013 Spotlight Award” für das VP83F: “Among the DSLR-centric products we’ve seen, none have done what Shure does with the VP83F LensHopper™…” gesamten Artikel lesen.
Beide LensHoper Mikrofone gewannen den ProSoundNetwork “NAB 2013 Best of Show Award” und den “STAR 2013 Award” des TV Technology Magazins. Das VP83F wurde zusätzlich mit dem “2013 Black Diamond Award” des Digital Video Magazines ausgezeichnet.
Haben wollen? Bis Sommer 2013 müsst Ihr Euch noch gedulden. Stay tuned…
PG27 im Test bei Delamar
Das Kondensatormikrofon PG27 wurde für Einsteiger entwickelt und ist ein richtiger Allrounder. Es eignet sich nicht nur für Sprache, Akustikgitarre und Bläser, sondern auch für Saiteninstrumente, Hihat, Overhead oder sonstige akustischen Instrumente. Für das Online-Portal Delamar Grund genug den preisgünstigen Großmembraner zu testen. Und tatsächlich konnte das PG27 sehr gute 4,5 von 5 Punkten erreichen. Hier im Blog das Fazit:
Beim aktuell im Fachhandel geforderten Preis von 137,- Euro ist dieses Angebot schon fast als No-Brainer zu bezeichnen. Das Shure PG27 liefert gute Aufnahmen für kleines Geld und bietet eine Verarbeitung, die offensichtlich verspricht, sehr lange im normalen Tonstudiobetrieb durchzuhalten. Der Klang ist nicht gerade linear, aber das war bei einem Modell aus dieser Preisklasse kaum zu erwarten.
Obwohl der Hersteller den Fokus in der Entwicklung auf die Abnahme von Musikinstrumenten gelegt hat, kann dieses Mikrofon sehr wohl und gut auch für die Aufnahme von Vocals genutzt werden. Für diesen Einsatzzweck könnte höchstens das Fehlen eines Hochpassfilters vermisst werden, aber dafür hat der amerikanische Hersteller ja auch höherpreisige Modelle im Angebot.
Insgesamt handelt es sich um ein gutes Angebot, das sich vor allem an Einsteiger richtet, die nur ein kleines Budget zur Verfügung haben. Einziger Wermutstropfen ist das Fehlen einer Mikrofonspinne, die bei anderen Herstellern bereits zusammen mit einem Mikrofon in dieser Preisklasse zu bekommen ist.
Alles in allem gibt es von meiner Seite aus viereinhalb von fünf möglichen Punkten in diesem Shure PG27 Testbericht. Für den Preis ein sehr gutes Angebot.
Wir freuen uns sehr über dieses positive Ergebnis. Den gesamten Testbericht und Hörbeispiele gibt es auf www.delamar.de.
